Staatlicher Goldraub: Wie der Bürger am Kauf gehindert wird

29. September 2011 - 13:32

Gold ist der Rettungsanker, sollte der Euro zusammen brechen. Ein Szenario, dessen Eintrittswahrscheinlichkeit längst nichts mehr mit Verschwörungstheorien gemeinsam hat. Im Gegenteil: Analysten und Ratingagenturen prognostizieren der europäischen Gemeinschaftswährung eine düstere Zukunft.

Schwindendes Vertrauen in Papiergeld

Papiergeld beruht auf einem Versprechen: Bürger und Unternehmen können gegen einen Geldschein Waren und Dienstleistungen eintauschen. Die Nationalbank hat zu garantieren, dass diese Scheine ihren Wert behalten. Die Währungskrisen der Vergangenheit belegen, dass auch dieses Versprechen nicht von Dauer sein muss und gebrochen werden kann. Und das wird es auch. Die Politik der Europäischen Zentralbank liefert eine aktuelle Fallstudie. Seit Mai des vergangenen Jahres kauft die Bank große Mengen von Staatsanleihen, die die Finanzmärkte nicht mehr aufnehmen wollten. Die Ausfallswahrscheinlichkeit ist schlicht zu hoch, ein Investment bedenklich. Das hindert die Lenker der EZB nicht daran, den Wert des Euro mittels dieser Schuldverschreibungen auszuhöhlen. Der Bürger hat allen Grund, dem Versprechen der Nationalbank, dass sein Geld entsprechenden Wert besitze, immer misstrauischer gegenüberzustehen.

Gold wird dem Bürger vorenthalten

Der steigende Goldpreis ist ein aussagekräftiger Indikator dafür, dass das Vertrauen der Bevölkerung in die im Umlauf befindliche Währung bereits schwindet. Gold bietet, sollte die Währungsunion zerfallen, eine Möglichkeit, sein Vermögen zumindest großteils zu retten. Der Gesetzgeber hat ein gegenläufiges Interesse. Er muss bestrebt sein, dass seine Währung akzeptiert wird und den Handel dominiert. Schwindet das Vertrauen der Bevölkerung in das jeweils gültige Zahlungsmittel, kann er regulierend eingreifen. In Österreich und Deutschland passiert das im Moment. Es ist nur mehr erlaubt, Gold im Gegenwert von 15.000 Euro anonym zu erwerben. Darüber hinausgehende Investitionen müssen legitimiert werden. Offiziell soll damit das Waschen von Schwarzgeld unterbunden werden. Möglicherweise ist das auch eines der Motive dieser Regelung – nebenbei hat das allerdings zur Folge, dass der Bürger an das Papiergeld gebunden wird.

Das ist in der Geschichte kein Novum. Der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt hat diese Methode während seiner Amtszeit praktiziert. Er bezeichnete in einer Durchführungsverordnung den privaten Gold- und Silberbesitz als „eine ernsthafte Bedrohung für den Frieden, die Gerechtigkeit und das Wohlergehen der Vereinigten Staaten“. „Um die Interessen unseres Volkes zu schützen, müssen geeignete Maßnahmen sofort ergriffen werden“, betonte er die Bedeutung seines Vorhabens. Die Conclusio: Privater Gold- und Silberbesitz wurde am 9. März 1933 rechtlich untersagt: „Daher verkünde ich in Ausübung der obengenannten Vollmacht, dass solcher Gold- und Silberbesitz verboten ist und dass jeder solche Münzen, Anlagemünzen oder anderen Gold- und Silberbesitz innerhalb von vierzehn Tagen bei amtlichen Beauftragten der Regierung der Vereinigten Staaten gegen Erstattung zum offiziellen Preis in offiziellen Zahlungsmitteln der Regierung abzuliefern hat.“ Eine Antwort darauf, weshalb Gold und Silber in den Händen der Bürger das Wohlergehen der Gesellschaft gefährden würde, blieb Roosevelt freilich schuldig.

Regierungen machen sich krisenfest

Unsere Regierungen wissen, was sie tun. Sie machen ein lukratives Geschäft. Analysten von Bloomberg zufolge, wird der Goldpreis in diesem Jahr die magische Marke von 2.000 Dollar durchbrechen. Die instabile Wirtschaftslage treibt den Preis immer weiter in die Höhe. Einzelne Ökonomen rechnen damit, dass ab einem Kurs von 7.000 Dollar – was im Fall eines Zerfalls des Euroraumes denkbar wäre - wieder Goldwährungen eingeführt werden könnten. Vermutlich vorsorglich decken sich unsere Staaten bereits jetzt mit dem Edelmetall ein. Der einfache Wähler und Bürger bleibt auf der Strecke.

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