Sind Muslime dümmer als andere Einwanderer, Herr Sarrazin?

Für enorme Aufregung, Empörung, aber auch Begeisterung hat vor einem Jahr das Buch „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin gesorgt. Am Donnerstag kommt der Autor, den die SPD aus Angst vor der eigenen Basis lieber doch nicht aus der Partei ausschloss, in die Seifenfabrik nach Graz. Die ist mit 700 Zuhörern seit Wochen ausverkauft. Der Österreichische Bauernbund hat Sarrazin eingeladen, zum Thema „Demograhischer Wandel“ zu sprechen.

Warum der ÖVP-Bauernbund ausgerechnet einen SPD-Mann zu einem Vortrag einlädt? „Es handelt sich um eine Veranstaltung von ‚Forum Land‘, das ist eine überparteiliche Plattform. Durch Polarisierung wollen wir für die wichtigen Themen mehr Aufmerksamkeit erreichen und zu Diskussionen anregen“, heißt es beim Österreichischen Bauernbund. Dort ist man sauer, weil der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Stefan Wallner, das Sarrazin-Gastspiel in Graz in einer Presseaussendung in Bezug zum Norwegen-Attentat stellte. Wörtlich sagt Wallner: „Während andere nach dem Massaker in Norwegen zu Offenheit und Toleranz mahnen, spielt die ÖVP lieber mit dem Feuer.“

Sarrazin-Buch wurde 1,3 Millionen Mal verkauft

Der Kurier hat aus Anlass des Sarrazin-Besuchs in der Sonntagausgabe ein großes Interview mit dem Mann veröffentlicht, der offenbar auch in Österreich die Gesellschaft spaltet. Darin wird angemerkt, dass Thilo Sarrazin bis dato 1,3 Millionen Exemplare seines Werkes verkauft hat. Pro Buch würde Sarrazin drei Euro verdienen, mutmaßt der Kurier – „also ein kleines Vermögen“. In der Folge konfrontiert der Redakteur Sarrazin mit einem Satz in dessen Buch: „Ich möchte nicht, dass das Land meiner Enkel in großen Teilen muslimisch ist,…die Frauen Kopftuch tragen und der Tagesrhythmus vom Ruf der Muezzine bestimmt wird“ – und fragt: „Muss man so übertreiben, um gehört zu werden?“ Darauf Sarrazin: „Das ist ja keine Übertreibung, das ist die soziale Wirklichkeit in bestimmten Teilen Berlins. Und das verwirklicht sich in hohem Tempo.“

Niedrige Bildungsleistung durch kulturellen Hintergrund

Auch will der Kurier-Redakteur wissen, ob Muslime dümmer seien als andere Einwanderer?
Das stehe nirgendwo in seinem Buch, kontert Sarrazin, „und das habe ich auch nicht gesagt. In meinem Buch führe ich die durchschnittlich niedrigere Bildungsleistung der muslimischen Migranten auf ihren durch den Islam geprägten kulturellen Hintergrund zurück. Die Einstellung zu Bildung und Wissen, Eigenschaften wie Fleiß und Genauigkeit und Pflichtbewusstsein vererben sich kulturell. Wir übernehmen zu ganz großen Teilen die Werte und Einstellungen der Kultur und Schicht, in der wir aufwachsen. Das ist der Grund, warum das Unterklassenproblem in England nicht vernünftig gelöst wird, weshalb Süditaliener anders sind als Mailänder. Und genauso ist das mit den muslimischen Migranten, die wir bekommen: Sie bringen ihre Kulturen mit und erbringen bei uns die Schulleistungen, die sie auch in ihren Heimatländern haben. Ihre Minderleistung ergibt sich nicht aus einer besonderen Benachteiligung bei uns. Die neue Pisa-Studie zeigt, dass 15-jährige Schüler in der Türkei oder in arabischen Ländern hinter dem durchschnittlichen Schulleistungsniveau in Europa zwei bis drei Jahre zurück sind, dass der Anteil der Minderleister weitaus höher und der der Spitzenleister weitaus niedriger ist. Bei Einwanderern aus Ostasien nach USA, Kanada, Australien oder Europa ist es dagegen umgekehrt, die erbringen durchschnittlich eine weitaus bessere Bildungsleistung als die Einheimischen.“

Einmal mehr ist ein subtiler Versuch gescheitert, Sarrazin als Aufwiegler und Hetzer darzustellen. Der Autor argumentiert mit Fakten, die bis heute nicht widerlegt sind.

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