Gaspreis ist sogar dem Wirtschaftsminister zu hoch

Gasleitung Jetzt wird’s richtig teuer: Am 1. Oktober steigen die Preise in fast allen Bereichen des Lebens. Besonders bitter sind die Preiserhöhungen beim Zucker (35 Prozent) und beim Gas (28 Prozent). In Wien kommt noch hinzu, dass die Gemeindemieten um 5,5 Prozent angehoben werden. Wer nach der Teuerungswelle im August glaubte, dass es mit dem Schrecken nun vorbei sei, irrte gewaltig.

Gasleitung

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Die Wiener zahlen für Gas mehr als die Berliner.
Foto: sirdle / flickr (CC BY-SA 2.0)

Passend zur beginnenden Heizsaison werden mehrere Anbieter wie etwa Wien-Energie, EVN, Begas oder die Ferngas AG höhere Gastarife verrechnen. Ein Durchschnittshaushalt wird dann um rund hundert Euro mehr als noch vor einem Jahr zahlen. Die Gasanbieter argumentieren, dass der Gaspreis am Ölpreis hänge und die Tarife mit einer Verspätung von drei Monaten bis zu einem halben Jahr angepasst werden müssten. Außerdem habe man längerfristige Verträge abgeschlossen.

Wiener zahlen 500 Euro mehr als Berliner

Für Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) ist die „überdynamische Entwicklung der Erdgas-Preise“ in Österreich ein „ständiges Ärgernis“, wie er dem Kurier sagte. Die teilweise deutliche Anhebung der Preise seit Jahresbeginn sei für ihn nicht begründbar. In die gleiche Kerbe stößt die Aufsichtsbehörde E-Control: „Die Margen der Gasanbieter werden nach der Preiserhöhung am obersten Ende der Bandbreite der vergangenen zwei Jahre liegen“, hießt es in einer Presseaussendung. Ob dies gerechtfertigt sei, wäre zu hinterfragen, meint man bei E-Control. Mitterlehner verweist indes auf die günstigeren Kosten für Gas in anderen europäischen Ländern. Nur in vier europäischen Hauptstädten sei Gas noch teurer als in Wien. In der Bundeshauptstadt müsse man für dieselbe Menge Gas um knapp 500 Euro mehr zahlen als in Berlin – wobei weder Miterlehner noch der Kurier originellerweise sagen, auf welche Menge sich diese Differenz bezieht.

Was soll der Kunde tun, um dieser Preislawine zu entgehen? E-Control-Vorstand Walter Boltz rät, sich einen billigeren Anbieter zu suchen. Dies würde hundert Euro im Jahr bringen. Und Wirtschaftsminister Mitterlehner glaubt, dass durch das geplante Gaswirtschaftsgesetz der Wettbewerb belebt würde. Neben zusätzlichen Überwachungsmöglichkeiten für die E-Control werde mit dem neuen Gesetz auch ein rascherer Wechsel des Anbieters möglich.

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