Nach Euro-Abstimmung: Islands anderer Weg im ORF

Unser Artikel über die Selbstbefreiung Islands aus der Finanzkrise wurde von einigen Medien aufgegriffen und auch in Foren diskutiert. Eine ausführlichere Abhandlung darüber findet sich im aktuellen Unzensuriert-Magazin. Nun ist sogar der ORF auf die außergewöhnliche Geschichte des kleinen Inselstaates aufmerksam geworden, seltsamerweise genau einen Tag, nachdem im österreichischen Nationalrat die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms EFSF beschlossen wurde.

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Grimsson

Albert Einstein

Islands Präsident Olafur Ragnar Grimsson
hatte großen Anteil an Rettung seines Landes.
Foto: Sebastian Derungs / World Economic Forum /
swiss-image.ch

Island hat sich gegen die Verstrickungen der weltweiten Finanzlobby mit Mut und demokratischer Verantwortung erfolgreich zur Wehr gesetzt. Zufällig sahen die Verantwortlichen des öffentlich-rechtlichen ORF den richtigen Zeitpunkt für die Ö1-Mittagsjournal-Reportage kurz nach der Abstimmung im Parlament erreicht, die Österreich noch tiefer in den sogenannten "Rettungsmechanismus" verstrickte dem Volk jegliche Mitbestimmung aberkannt hatte.

Als Island in die Krise stürzte – jedoch bevor das Volk gegen die unfairen Bedingungen der "Rettung" ihres Landes zu rebellieren begann – stellte die damalige Regierung einen Antrag auf den EU-Beitritt, der noch immer bearbeitet wird. Mittlerweile sind die meisten Isländer jedoch äußerst EU-kritisch eingestellt, was vor allem durch die Ausmaße der Euro-Krise geschürt wird.

Ein isländisches Argument für den Euro war immer die schwache isländische Krone gewesen: Durch den Euro-Beitritt, so die EU-freundlichen Politiker, würde sich die Währung stabilisieren, was Investoren anlocken könnte. Die Bürger erfahren jedoch genau das Gegenteil: Gerade durch den niedrigen Wert der Krone boomen die Exporte, wodurch die Genesung der WIrtschaft wesentlich schneller vonstatten ging, wie auch im Ö1-Beitrag hervorgehoben wird. Griechenland hingegen wird dies verwehrt, indem das Land weiter an den Euro gekettet bleibt und dafür Milliarden aus den Steuertöpfen anderer Länder bekommt, ohne dass diese beim griechischen Volk je ankommen. 

EU-Beitrritt trotz Gesuch nahezu ausgeschlossen

Sollte wie ursprünglich geplant der Island-Beitritt 2013 möglich sein, wird das Volk vorraussichtlich dagegen stimmen. Auch in Bezug auf EU-Forderungen haben die Isländer der herrschenden Meinung bereits mehrfach einen Strich durch die Rechnung gemacht.

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