Fest der Wiener Grünen kostet 500.000 Euro

Vassilakou Das hat ja kommen müssen! Kaum in der Stadtregierung wollen die Wiener Grünen nun auch ihr eigenes Fest. Das neue Kulturprojekt soll „Wienwoche“ heißen und im Herbst 2012 zum ersten Mal über die Bühne gehen. Um Geld für die Grünen aufzutreiben, will die rot-grüne Koalition das Budget des ÖVP-nahen Stadtfestes gleich um die Hälfte reduzieren.

Vassilakou

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Grünen-Chefin Maria Vassilakou pocht auf ihr eigenes Fest um 500.000 Euro.
Foto: International Transport Forum / flickr/ (CC BY-NC-ND 2.0)

Der Deal soll bereits ausgehandelt sein, wie der grüne Kultursprecher Klaus Werner-Lobo der Presse sagte. Demnach gibt es einen Verlierer: die ÖVP. Von den bisher 900.000 Euro, die den Schwarzen für ihr Stadtfest zur Verfügung gestellt wurden, werden laut Lobo 450.000 Euro für die „Wienwoche“ abgezweigt. Dagegen trifft es die SPÖ marginal: Vom kolportierten Gesamtbudget in Höhe von 1,45 Millionen Euro würde die Roten nur 100.000 Euro verlieren. Offiziell hat der SPÖ-nahe Verein „Wiener Kulturservice“ im Jahr 2011 eine Subvention von 1,8 Millionen Euro überwiesen bekommen.

Vorschuss von 100.000 an Grüne überwiesen

VP-Landesgeschäftsführer Alfred Hoch will die Kürzungen nicht widerstandslos hinnehmen, kündigte er via Presse an. Aber mit dem Beisatz, dass alles nicht so heiß gegessen wie gekocht werde. Er gehe davon aus, dass das Stadtfest nächstes Jahr „in gewohnter Größe“ stattfindet. Inzwischen wurde im Gemeinderat eine Art Vorschuss für die „Wienwoche“ in der Höhe von 100.000 Euro beschlossen. Das Geld kommt dem extra dafür gegründeten „Verein zur Förderung der Stadtbenutzung“ zugute, der für die konzeptionelle Abwicklung der Veranstaltung verantwortlich zeichnet. Wer die künstlerische Leitung übernehmen wird, ist noch unklar. Der Posten wird erst im November ausgeschrieben.

Auch inhaltlich gibt es rund um die neue Kulturinitiative noch keine Details. Werner-Lobo sagte gegenüber der Presse: „Die Themen werden von gesellschaftlicher Relevanz sein.“ So werde die „Wienwoche“ keine reine Unterhaltungskultur präsentieren, sondern den Wienern „einen aktiven Umgang mit Konflikten näherbringen“. Für Michael Häupls Freunde ist also immer genug Geld da. Zu denen gehört seit kurzem ja auch die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou. Dagegen fallen überparteiliche Vereine, wie zum Beispiel das Cajetan-Felder-Institut, völlig durch den Rost. Diesem Institut wurde die jährliche Förderung von 30.000 Euro gestrichen, somit die Lebensgrundlage genommen.

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