In Deutschland wäre Faymann bereits Geschichte

Wahlkampffinale FaymannJede Zeitungs-Ausgabe ein neuer Faymann-Skandal! Die Presse und der Kurier berichteten, dass sich der Verdacht erhärte, wonach auch das SPÖ-nahe Echo Medienhaus von Inseratenschaltungen der ÖBB zur Zeit Werner Faymanns als Infrastrukturminister profitiert haben soll. Beide Zeitungen beziehen sich auf einen Vorabbericht des Nachrichtenmagazins profil, in dem zu lesen ist, dass das zum Verlag gehörende VORmagazin im April 2007 einen Sonderteil mit dem Titel „So fährt die Ostregion 2020“ veröffentlichte. Die ÖBB-Holding habe dafür 110.000 Euro bezahlen müssen.

Wahlkampffinale Faymann

Wahlkampffinale Faymann

Wahlkampf-Finale vor der SPÖ-Zentrale in der Wiener Löwelstraße.
Für Faymann dürfte die Zeit aber bald abgelaufen sein.
Foto: Werner Faymann / flickr (CC BY-ND 2.0)

Abgewickelt soll den Deal der damalige Sprecher von Werner Faymann im Infrastrukturministerium, Thomas Landgraf, haben. Landgraf wurde später beim Bezirksblatt, dem Flaggschiff des Echo-Verlags, Chefredakteur und leitet mittlerweile die Berliner Niederlassung des Echo Medienhauses. Stimmen die Vorwürfe, haben die „Faymänner“ nicht nur Amtsmissbrauch begangen, sondern auch ein eindeutiges Parteimedium mit Steuergeld gefüttert. Das können sich die Genossen in Wien und in Österreich erlauben, doch in Deutschland wäre so ein Bundeskanzler nicht mehr tragbar und längst Geschichte.

Ein Aufräumer in der SPÖ-Zentrale

Einmalig ist auch das SPÖ-Firmengeflecht in Wien. Derartiges gibt es nur noch in totalitären Staaten wie kommunistischen Hochburgen. Entsprechend undurchsichtig sind die Geldflüsse bis hin zu der Parteikassa. Doch laut profil hat die SPÖ dennoch finanzielle Probleme, weshalb SPÖ-Chef Werner Faymann einen Aufräumer bestellte. Der Steuerberater und Wirtschaftstreuhänder Günther Havranek soll seit einigen Monaten schon als Sanierer in der Löwelstraße wirken. Drei zentrale Mitarbeiter, die Personalchefin, der Organisationsreferent und der Finanzreferent hätten ihre Plätze bereits räumen müssen.

Havranek bestätigte gegenüber profil, für Faymann „beratend“ tätig zu sein. Der 73-jährige Treuhänder ist laut Firmenbuch auch 51-Prozent-Eigentümer des Fidelis Verlags, der seinerseits 74 Prozent an dem die Gratiszeitung Heute herausgebenden AHVV-Verlag hält. 26 Prozent von Heute gehören der „Periodika Privatstiftung“. Deren Vorstände sind Havranek und Werner Faymanns einstiger Pressesprecher Wolfgang Jansky.

Wer eins und eins zusammenzählen kann, weiß freilich, was da gespielt wird. Faymanns Nähe zu Heute hatte ja schon mehrmals für Wirbel gesorgt, zuletzt, als er die Gratiszeitung mit Inseraten der ÖBB versorgt haben soll. Diese Causa ist auch Gegenstand im parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der demnächst startet. Eine Untersuchung ergab jüngst, dass das Gros der Politik-Anzeigen in Heute aus der roten Reichshälfte kommt.

Täglich ein neuer Faymann-Skandal. Die Medien haben anscheinend Lunte gerochen. Und auch wenn Werner Faymann und seine „Sprecher“ jegliche Schuld von sich weisen und stündlich Dementis verschicken, wirkt das Lächeln des Kanzlers in letzter Zeit nicht mehr so freundlich. Es scheint vielmehr so, als hätte der SPÖ-Chef Zitronen gefrühstückt. Vielen Steuerzahlern stößt es ob der vielen Vorwürfe in der Inseraten-Affäre ohnehin schon lange sauer auf.

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