Nervosität nach FPÖ-Anfrage zu Prokop-Tod

Dagmar Belakowitsch-JeneweinDie freiheitliche Gesundheitssprecherin Dagmar Belakowitsch-Jenewein hat letzte Woche eine parlamentarische Anfrage zu den Umständen des plötzlichen Todes der damaligen Innenministerin Liese Prokop in der Silvesternacht 2006/2007 eingebracht. Der politische und mediale Wirbel darüber ist beachtlich, sorgten doch die detailliert ausgebreiteten Obduktionsergebnisse nach dem Tod des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider kaum für Aufregung bei den meisten Parteien dieses Landes.

Dagmar Belakowitsch-Jenewein

Dagmar Belakowitsch-Jenewein

FPÖ-Gesundheitssprecherin Belakowitsch-Jenewein: Ihr Anfrage
brachte die ÖVP in Rage.
Foto: FPÖ

In der Einleitung zu den 30 Fragen an die Innenministerin heißt es knapp:

Als am 31.12.2006 die damalige Innenministerin nur 65jährig unerwartet starb, sorgte dieser Umstand von Anfang an für Gerüchte der unterschiedlichsten Art. Da möglicherweise auch der Transport der Innenministerin ins Krankenhaus nach St. Pölten suboptimal verlief, wurden immer wieder Zweifel an der öffentlich dargestellten Version vom Ableben der Innenministerin laut.

Und an den Gesundheitsminister werden die zweifelhaften Umstände noch näher erläutert:

Seit damals kursieren immer wieder Gerüchte über eine Rettungsfahrt quer durch Niederösterreich, die weit mehr als eine Stunde gedauert haben soll. Immer wieder werden auch kritische Stimmen laut, die Mängel beim österreichischen Rettungssystem sehen. So soll die Polizei alle Ampeln für die Durchfahrt des Rettungswagens der damaligen Bundesministerin für Inneres frei gehalten haben, dennoch dauerte die Fahrt sehr lange. Auch soll die damalige Bundesministerin für Inneres noch von einem Kranken- in einen Notarztwagen umgelegt worden sein, da sie zunächst nur ein Krankenwagen aufgenommen haben soll.

ÖVP reagiert verstimmt und bringt Anfrage in die Medien

Die Reaktionen aus der ÖVP waren heftig und verhalfen der Anfrage zu ungeahnter Öffentlichkeit. Unmittelbar nach dem Einbringen der Anfrage forderte Klubobmann Karlheinz Kopf seinen FPÖ-Kollegen HC Strache laut Niederösterreichischen Nachrichten auf, die Anfrage zurückzuziehen: „Politisches Kleingeld auf dem Rücken verstorbener Menschen und ihrer Angehörigen wechseln zu wollen, verletzt die einfachsten Grundsätze der Demokratie und Menschlichkeit.“ Noch wesentlich nervöser reagiert die heutige Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, die mit Vokabeln wie „Pietätlosigkeit“ und „Schande für die Politik“ um sich warf.

Anfragenstellerin Belakowitsch-Jenewein sagt, sie habe mit keinem Wort die festgestellte Todesursache (Aortenriss) angezweifelt, auch nicht gegenüber der Tageszeitung Österreich, die ihr heute eine Mordtheorie unterschiebt, sie habe dies sogar konkret in Abrede gestellt: „Dennoch ist den Österreich-Redakteuren wieder einmal die Phantasie durchgegangen und wurden mir Sätze in den Mund gelegt, die ich nie gesagt habe. Die merkwürdigen Gerüchte, mit denen die Österreich-Journalistin im Recherchegespräch versucht hat, mir eine Mordtheorie nahezulegen, lasse ich aus Pietätsgründen unerwähnt", stellt Belakowitsch-Jenewein in einer Reaktion auf den Österreich-Bericht fest.

NÖN-Kommentar

NÖN-Kommentar

Wilde Gerüchte über das Eheleben der verstorbenen Ministerin in der NÖN.
Foto: Screenshot www.noen.at

Welche Gerüchte dies sein könnten, lässt sich erahnen, wenn man den Kommentarbereich unter dem NÖN-Artikel liest. Der Nutzer“Urlauber2620“ schreibt dort: „Da geht es eher um den äusserst aggressiven Eheman dem angeblich nicht nur einmal die Hand ausrutschte.“ (Fehler im Original).

Belakowitsch-Jenewein: "Es geht um den Rettungstransport!"

Belakowitsch-Jenewein legt Wert darauf festzuhalten, dass all das nicht Grundlage ihrer Anfrage war: „Die erwähnten Gerüchte beziehen sich auf die merkwürdigen Umstände rund um den Rettungstransport, der insgesamt eineinhalb Stunden quer durch Niederösterreich gedauert haben soll." Die Abgeordnete möchte sichergehen, „dass in Österreich der Tod amtierender Minister auch ordentlich untersucht wird“.

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