Hizb ut-Tahrir auf der ganzen Welt gefürchtet

17. Oktober 2011 - 11:33

BildIn einer Club-2-Diskussion unseres Staatsfunks ORF, bei der die Lage der österreichischen Musliminnen besprochen wird, sind offenbar radikalislamistische Elemente ein völlig akzeptabler Teil der hiesigen Meinungslandschaft: Die internationale Islamistenorganisation "Hizb ut-Tahrir", vertreten von Shaker Assem, ist längst nicht so harmlos, wie der ORF-Sendungsverantwortliche dies darzustellen versuchte.

 

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Demonstration in Dänemark - die Hizb-ut-Tahrir fordert das Kalifat.
Foto: EPO / wikimedia / (CC BY-SA 3.0)

Zugegeben - bis jetzt hat die österreichische Sektion der Hizb ut-Tahrir noch keine Menschen verletzt. Doch bereits im Rahmen der Demonstration vor der syrischen Botschaft formulierten die Mitglieder ihr globales Ziel: die Einführung des Kalifats. Die "panislamische" Bewegung, die direkt aus der gefürchteten Muslimbruderschaft hervorging, möchte sich über die "mit dem Lineal gezogenen Grenzen" der Kolonialmächte hinwegsetzen und das vom Koran vorgeschriebene Rechtssystem der Scharia einführen - mit einem Kalifen an der Spitze.

Doch diese Bewegung stößt selbst in den islamischen Staaten auf Ablehnung: Mit Schlachtrufen wie "Blut und Ehre" ziehen sie in gewaltsamen Protestzügen durch die Straßen der islamisch dominierten Länder Pakistan, Indonesien und Bangladesch, wo sie sich vor allem gegen die Weltmachtsbestrebungen der USA richten. Obama wird als "Feind des Islam" bezeichnet, insgesamt wird die Vernichtung des "kriminellen Kapitalistenstaats USA" gefordert. Doch selbst in den islamischen Ländern werden die Mitglieder aufgrund blutiger Zusammenstöße und terroristischer Motive festgenommen - da sie die aktuelle Regierung nicht als islamisch anerkennen.

Auch Russland hat die Hizb ut-Tahrir auf die Liste verbotener terroristischer Gruppierungen gesetzt: Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat sie sich, vermutlich hauptsächlich über Usbekistan, in ganz Zentralasien ausgebreitet und zählt dort nun um die 10.000 Anhänger, denen auch Verbindungen zu den Angriffen auf russische Truppen in Tschetschenien nachgesagt wird. In Deutschland wurde die Gruppe "wegen ihrer Betätigung gegen den Gedanken der Völkerverständigung und der Befürwortung von Gewaltanwendung zur Durchsetzung politischer Ziele" verboten - unter anderem rief sie zur Zerstörung Israels auf, versuchte bereits an Schulen, neue Mitgleider zu rekrutieren und arbeitete eng mit der NPD zusammen. Ein gemeinsames Ziel war die "Rückführung" von Muslimen in ihre Herkunftsstaaten: „Je gläubiger die Muslime sind, desto stärker ist ihr Bestreben, in ihre Heimatländer zurückzukehren“, äußerte sich dazu der in Österreich lebende Sprecher Shaker Assam in einem Interview mit der Deutschen Stimme.

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