Russland: Chemische Kastration für Kinderschänder

19. Oktober 2011 - 20:20

BildIm Lichte der neuen Missbrauchsvorfälle in Wien beweist die rot-schwarze Regierung erneut ihre Untätigkeit. In Russland hat man unterdessen neue Maßnahmen entworfen, um Minderjährige vor sexuellen Übergriffen zu schützen: Wer sich an Kindern unter 14 Jahren vergreift, soll chemisch kastriert werden können. Der Gesetzesentwurf wurde in erster Lesung von 322 der 323 Abgeordneten angenommen.

 

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Die Injektion unterdrückt das Hormon Testosteron - und somit den Trieb.
Foto: wikimedia / PD-USGov-HHS-CDC

Die Idee der Gesetzesverschärfung wurde im Mai von Präsident Dimitrij Medwedew vorgeschlagen, nachdem im Jahr 2010 ein enormer Anstieg an pädophilen Verbrechen festgestellt wurde: Mehr als 9.500 Minderjährige wurden in diesem Zeitraum Opfer sexueller Gewalt. Nun sollen, nach gerichtlich verordneten ärztlichen Untersuchungen, die Vergewaltiger von Ärzten einer chemischen Kastration unterzogen werden. Wiederholungstätern droht lebenslange Haft.

Nachdem der Entwurf in der ersten Lesung angenommen wurde, ist er für die zweite und dritte Lesung bereit. Vorraussichtlich ist weiterhin mit großer Zustimmung, auch in der Öffentlichkeit, zu rechnen: Präsident Medwedew will das neue Gesetz schon bald erlassen. Die russische Vorgehensweise, primär die Opfer zu schützen, steht im krassen Kontrast zu den europäischen Gepflogenheiten, die Gefährdung von Kindern längstmöglich in Kauf zu nehmen. Nur Polen hat bereits 2009 - ebenfalls mit breiter öffentlicher Unterstützung - ein Gesetz erlassen, das Kinderschänder nur nach einer chemischen Kastration die Rückkehr in die Freiheit ermöglicht.

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