Zwitschender Kanzler erntet weiter Spott und Hohn

Faymann Schnee Bundeskanzler Werner Faymann will ab 26. Oktober in die unendlichen Welten des World Wide Web einsteigen. Ab dem Staatsfeiertag wird der SPÖ-Mann auf Facebook zu sehen sein. Dafür und für den Einstieg bei Twitter benötigte ein siebenköpfiges Team im Bundeskanzleramt eine Vorbereitungszeit von mehreren Monaten. Noch lächerlicher ist, dass das ganze Projekt bereits 200.000 Euro gekostet haben soll. Steuergeld versteht sich. Die FPÖ hat deshalb eine parlamentarische Anfrage an den Bundeskanzler eingebracht.

Faymann Schnee

Faymann Schnee

Facebook und Twitter sind eigentlich schon Schnee von gestern, für Faymann
aber offenbar ganz neue Medien. Bei den Kosten für den Einstieg des Kanzlers
in die virtuelle Welt frieren den Steuerzahlern die Gesichter ein.
Foto: Werner Faymann / flickr (CC BY-ND 2.0)

„Na toll, jetzt bekommen wir einen zwitschernden Kanzler vor die Rübe gesetzt. Wie wäre es mit einem arbeitenden Kanzler?“, fragt sich der User SilentPain in der Online-Ausgabe der Tageszeitung Österreich, die vermeldete, dass ab dem Nationalfeiertag sieben Menschen unter @TeamKanzler für Faymann twittern. „Wenn er schon mehrere Experten dazu benötigt, dann möchte ich nicht wissen, wie viele er für ein Interview braucht“, so SilentPain weiter. Er ist nicht der einzige, der sich über die tolpatschigen Internet-Pläne des Kanzlers Gedanken macht. Die Community lacht über den zwitschernden Faymann, in Foren erntet er Spott und Hohn.

Anfrage der FPÖ an den Bundeskanzler

Für FPÖ-Chef HC Strache ist die Sache aufgrund der Belastung für die Steurzahler nicht mehr lustig. Mit mehr als 105.000 „Gefällt mir“ ist Strache unter den heimischen Politikern der absolute Spitzenreiter auf Facebook, seine Seite finanziert die Partei. Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (110.000 Fans) lässt sich ihren virtuellen Auftritt nicht von den Bürgern, sondern von der CDU organisieren und finanzieren. Nur Faymann nicht. Er hat auch dafür die Steuerzahler zur Kassa gebeten, weshalb Strache auf die Barrikaden steigt. Der FPÖ-Chef will nun genau wissen, wie viel Steuermittel da verwendet wurden. Kolportiert wurde eine Summe von 200.000 Euro. Strache hat dem Bundeskanzler 13 Fragen gestellt: über Kosten, Verwendung von Steuergeld und die bisherigen Erfolge Faymanns im Internet. Auf Antworten wird mit Spannung gewartet.

Faymann-Debakel mit eigener Seite und auf Youtube

Wie die FPÖ recherchierte, war das Interesse an der Person Faymanns in der virtuellen Welt bisher nicht besonders groß. Für die Internet-Seite www.oesterrreich-gemeinsam.at gebe es nicht einmal eine öffentliche Zugriffsstatistik geben, weil schlicht und einfach zu wenige Daten für eine Auswertung vorhanden seien. Der Online-Dienst Alexa weist die Seite, die Faymanns Rede zum ersten Jahrestag seiner Bundesregierung in allen Variationen bewirbt, weltweit auf Platz 12,877.593 aus. Zum Vergleich: Unzensuriert.at belegt am 23.10.2011 Platz 61.338.

Nicht besser ergeht es da dem Youtube-Kanal www.youtube.com/OesterreichGemeinsam: Die bisher 71 (Stand: 12.9.2011) hochgeladenen Videos fänden kein gesteigertes Interesse bei den Bürgern. Abgesehen vom „Spitzenvideo“, dem bereits oben erwähnten zwei Jahre alten Film über die Faymann-Rede zum ersten Jahrestag der Bundesregierung (rund 4.500 Aufrufe) schaffe keines der restlichen 70 Videos mehr als 700 Aufrufe. Gar nur zehn Videos seien von mehr als 300 Menschen angesehen worden, 52 seien unter 200 Aufrufen geblieben.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: EASYATW1), ltd. Unzensuriert

  Dieses Video könnte Sie auch interessieren:
Copy link