Österreicher lehnen Euro-Rettung mehrheitlich ab

 StephansplatzWährend Regierungsvertreter von SPÖ und ÖVP das am Donnerstag beschlossenen EU-Rettungspaket bejubeln, ist die österreichische Bevölkerung klar gegen diese Art der Rettung des maroden Eurolandes Griechenland und anderer notleidender EU-Mitgliedsstaaten. Nahezu zwei Drittel sprechen sich klar gegen weitere Hilfe an Mitgliedsstaaten, wie Griechenland aus. Dies ist das Ergebnis des Sozial- und Motivationsforschungsunternehmens Humaninstitut, das eine diesbezügliche Befragung im Zeitraum 24. bis 26. Oktober 2011 durchführte. Die Tageszeitung Die Presse berichtet aktuell darüber. Einzig die große österreichische Oppositionspartei FPÖ scheint diese Stimmung der österreichischen Bevölkerung auch ernst zu nehmen.

64 Prozent der Österreicher sind gegen EU-Rettungsschirm

Laut Humaninsitut sind immerhin 64 Prozent der Österreicher gegen einen EU-Rettungsschirm, der die finanzschwachen EU-Mitgliedstaaten stützen und retten soll. Diese Umfrageergebnisse, die noch vor den Einigungen des EU-Gipfels erhoben wurden, wurden am Donnerstag von den Meinungsforschern veröffentlicht. So sprechen sich nur 24 Prozent, also weniger als ein Viertel der Befragten, für den EU-Rettungsschirm aus.

86 Prozent der Befragten machen Regierungen oder Banken für die Krise verantwortlich

Stephansplatz

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Die Mehrheit der Bevölkerung unterstützt in der Euro-Frage die
ablehndende Haltung der FPÖ. HC Strache lädt heute ab 16 Uhr
auf den Stephansplatz zu einer Protestkundgebung.
Foto: Unzensuriert.at

71 Prozent befürchten durch den EU-Rettungsschirm erhebliche Nachteile für Österreich. Ganz klar ist auch die Schuldzuweisung im Hinblick auf die derzeitige Krise. Während nur 14 Prozent die Bevölkerung für die Krise verantwortlich machen, sehen 41 Prozent der Befragten bei den Regierungen und sogar 45 Prozent bei den Banken die Verantwortung für die Krise. Auch die Zukunft der Europäischen Union wird zum überwiegenden Teil negativ gesehen. So beurteilen 50 Prozent dies EU-Zukunft als schlecht und 28 Prozent als weniger gut. Nur 22 Prozent, also weit weniger als ein Viertel, geben die Bewertung gut oder sehr gut ab. Daran schließt auch eine pessimistische Beurteilung für den Euro an, 43 Prozent haben keine Hoffnung mehr für den Euro, nur 27 Prozent glauben an eine Zukunft mit der europäischen Währung.

Protestkundgebung der FPÖ auf dem Stephansplatz

Im Gegenzug fordern die Befragten, dass man die österreichische Wirtschaft stützen müsse. Dem stimmen immerhin 51 Prozent zu. So hilft nach Ansicht der Befragten der aktuelle Rettungsschirm primär den Banken. 23 Prozent glauben dass es zu einer Stabilisierung der EU kommen wird, 16 Prozent glauben dass der Rettungsschirm gar nichts bewirken wird. In der heimischen Innenpolitik vertritt derzeit lediglich die große Oppositionspartei FPÖ diese Haltung gegenüber der EU. So wird diese Frage heute ab 16 Uhr in einer Großkundgebung am Wiener Stephansplatz mit einer Rede des FPÖ-Bundesparteiobmanns HC Strache unter dem Titel „Mut für eine neue Zeit“, angesprochen werden. Dort sollen auch konkrete Alternativen, wie der Ausschluss Griechenlands aus dem Euro-Raum, und ein ökonmisch starkes Kerneuropa durch den FPÖ-Chef thematisiert werden.

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