Faymanns Social-Media-Debut war ein Schuss ins Knie

Seit einer Woche ist der Kanzler nun auf Facebook. Ein ganzes "Social Media"-Team betreut die Seite auf Steuerzahlerkosten – mit bisher mäßigem Erfolg. Magere 3.500 "Fans" hat der Kanzler um sich geschart. Das Kanzler-Team stellt mehrere Aktualisierungen täglich auf die Seite, die aber ein Minimum an Information transportieren. Dies haben auch die Besucher der Faymann'schen Seite festgestellt: In den Kommentaren hagelt es Kritik.

Als Beispiel untersuchen wir die neueste Meldung des Kanzlers. "Die jüngsten Entwicklungen in Griechenland sind völlig unerwartet und führen bedauerlicherweise zu neuer Verunsicherung. Die Entscheidung über ein Referendum ist Angelegenheit des griechischen Parlaments. Diese gilt es abzuwarten. Die Situation macht jedenfalls deutlich, wie wichtig der Beschluss vom vergangenen Mittwoch ist, den Schutzschirm für alle Euro-Länder massiv zu stärken.",
ist dort zu lesen, die Parteilinie wird den Lesern in mundgerechten Häppchen präsentiert. 28 Leuten gefällt dies, hingegen gibt es über 70 Kommentare.

"geile Logik", so ein User mit dem Namen "Ja Ralph" als Reaktion auf des Kanzlers neueste Aussendung zu Griechenland, "wir dürfen nicht abstimmen, ob wir zahlen wollen, aber die Griechen, ob sie das Geld nehmen wollen – verkehrte Welt." 10 Personen gefällt dies. Auch andere Kommentare, die viel Zustimmung erweckt haben, kritisieren das Handeln des Kanzlers: "also den hut ziehe ich vor papandreou, mut hat er, dazu sind unsere politverbrecher zu FEIGE!!!", "was für ein kompletter scheiß.. völlig unerwartet.. wenn nur idioten in der politik tätig sind die keine ahnung von wirtschaft haben, DANN ist es unerwartet.." "die politiker demokratischer staaten sind überrascht das papandroeu das volk befragen will? das glaube ich diesen versagern gerne"… All diese Kommentatoren nutzen die Faymann-Präsenz, um den Kanzler direkt anzugreifen. Nur vereinzelt äußern User ihre Unterstützung für Faymann, gehen aber sofort im Strom der Kritik unter.

Diese Tendenz zieht sich durch sämtliche Meldungen, die Faymann bisher veröffentlicht hat. Doch neben handfester, bisweilen bis in die Beschimpfung gehender Kritik bietet das Internet auch blanken Spott und Hohn für den Kanzler, was sogar noch besser aufgenommen wird als die offiziellen Veröffentlichungen: "Werner Failmann" (Fail bedeutet soviel wie "Versagen" und ist ein typischer Ausruf des Spottes in der virtuellen Welt) ist ein Account, der als Parodie auf den Kanzler veröffentlicht wurde, und hat nahezu 5000 Unterstützer auf Facebook. Die Seite hat mehr mediale Aufmerksamkeit errungen als die Internetpräsenz des Kanzlers, und das ganz ohne 7-köpfiges Team.

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