Unternehmen gewinnen riesige Informationen aus winzigen Nachrichten

Das Mitteilungsbedürfnis der Menschen lässt durch das Internet eine wahre Informationsflut aus der Erde schießen. Und je einfacher es ist, seine Meinung kundzutun, umso kleiner wird die einzelne Portion. Der Online-Dienst Twitter nahm diesen Trend rechtzeitig wahr – nun ist er der führende Anbieter des Microblogging.

Auf verschiedensten Wegen können Nutzer zu jeder Gelegenheit veröffentlichen, was ihnen gerade durch den Kopf geht. Niemand möchte seinen "Followern" – sozusagen Abonnenten der eigenen Nachrichten – Informationen vorenthalten. Die Menge an Informationen ist immens – und nicht nur die Nutzer selbst können sie einsehen.

Besucht man die Startseite, so hat man sofort die Möglichkeit, die Gedanken der Twitter-Teilnehmer nach einem Schlagwort zu durchsuchen. Aufgrund der Diversität der Beiträge scheint es schwer, ein spezifisches Thema voll abzudecken – dies lösen die Zwitscherer jedoch durch eigenständige Kategorisierung ihrer Texte. Das Voranstellen einer Raute verwandelt ein beliebiges Wort in einen sogenannten "Tag", der das Thema des Beitrags beschreibt.

Man braucht nicht viel vom Informationsmanagement zu verstehen, um das gewaltige Potential hinter dieser Maschinerie zu erkennen. Die gespeicherten Gedanken der ganzen Welt liegen Interessenten offen, was geradezu nach einer kommerziellen Nutzung schreit. Die Attensity Group beispielsweise schaffte es mit ihrem Tool Attensity Analyze, die Reaktionen der Twitterwelt auf die Ankündigung des iPads von Apple zu untersuchen und die Kaufabsichten festzustellen.

Um eine repräsentative Datenmenge zu erhalten, wurden 20.000 Beiträge jeweils zwei Stunden vor und nach der Ankündigung sowie weitere 15.000 vier Tage später aufgefangen und auf ihre Kernaussagen untersucht. Aus diesen Informationen konnten nicht nur eine fünfgradige Beliebtheitsskala, sondern auch die Wertschätzung sowie Kritik der Features und die Anzahl der vorraussichtlichen Käufer ermittelt werden.

 

Solcherlei Daten sind genau das, was Marktforscher seit Jahren verzweifelt versuchen, dem Volk zu entlocken. Doch die Tatsache, dass das Internet einen perfekten Nährboden für das Mitteilungsbedürftnis der Menschen bietet, ist auch der Grund für sein enormes Wissenspotential. Denn im Internet wird jeder wahrgenommen.

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