Afghanistan: Vorwürfe gegen USA wegen Drogen-Explosion

Mohnfeld Die Opium-Produktion in Afghanistan ist im Jahr 2011 explodiert: Plus 61 Prozent gegenüber dem Vorjahr weist der aktuelle Afghanistan-Bericht des UN-Büros zur Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) aus. Die Anbaufläche hat sich im Vergleich zu 2009 und 2010 ebenfalls erhöht (+7%). Ergebnis: Das Einkommen der Produzenten von Schlafmohn erreichte im Jahr 2011 10.700 US-Dollar pro Hektar, ein Niveau, das es zuletzt 2003 hatte.

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Unter den Augen der USA steigt die Drogenproduktion in Afghanistan
immer weiter an – sehr zum Leidwesen Russlands.
Foto: isafmedia / flickr (CC BY 2.0)

Auf dem internationalen Forum "Millenniumsziele für die Entwicklung in Osteuropa und Zentralasien" in Moskau im Oktober unterstrich der russische Außenminister Sergej Lawrow die Notwendigkeit, "gegen die afghanische Drogenherstellung in allen Stufen der Herstellung zu kämpfen, angefangen mit der Zerstörung von Plantagen." Er fügte hinzu: "Wir können nicht nachvollziehen, warum unsere amerikanischen Partner nicht wollen, dass sich die Internationale Sicherheitsbeistandstruppe in Afghanistan darum kümmert." Die Antwort darauf weiß allerdings Viktor Iwanow, der Leiter der Anti-Drogenbehörde der russischen Föderation: "Auf die Herstellung von Drogen in Afghanistan übt die Präsenz der ausländischen und amerikanischen Truppen in diesem Land einen direkten Einfluss aus." Ein beträchtlicher Teil der aus Afghanistan nach Russland geschmuggelten Drogen und das meiste in Russland verwendete Heroin stammt nämlich aus afghanischer Produktion.

Laut Viktor Iwanow steht es fest, "dass der rasche Anstieg der Zahl der Todesfälle bei jungen Menschen im Alter von 15 bis 34 Jahren in Russland infolge Drogenkonsums mit dem Beginn der militärischen Operationen ausländischer Truppen in Afghanistan zeitlich zusammenfällt." Schon während des Vietnam-Krieges nutzten die vietnamesischen Kommunisten Drogen, um die Gesundheit der US-Truppen zu unterminieren. Die Vereinigten Staaten scheinen mittlerweile ihre Lektion gelernt zu haben und setzen diese Waffe nunmehr gegen die russische Jugend ein.

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