Der Grüne Chorherr auf der Sponsorliste eines Glücksspielkonzerns

BildVor wenigen Wochen haben sich die Grünen dafür feiern lassen, dass die Erlaubnis für das kleine Glücksspiel ab 2014 in der Bundeshauptstadt Wien auslaufen soll. Einer der offiziell mitgefeiert hat, war der ehemalige Grüne Stadtrat, Bundessprecher, Klubobmann und Planungsexperte, der überaus geschäftstüchtige Christoph Chorherr. Als Mitglied der Realos innerhalb der Grünen gehört Chorherr aber zu jener Gruppe, die unter dem Deckmäntelchen der Ökologie sehr gute Geschäfte macht. Chorherr ist etwa im Projektbereich des rot-grünen Umfeldes in Wien sehr umtriebig. Eines der Projekte ist die durch die Stadt Wien kräftig geförderte Privatschule w@lz, die nicht nur von Chorherrs Frau Renate als Direktorin geleitet wird, sondern an der Chorherr selbst und seine Tochter Agnes auch unterrichten.

Projekt Sarch im südlichen Afrika 

Christoph Chorherr

Christoph Chorherr

Christoph Chorherr hat Lobbyisten und ein Casino
als Sponsoren seines Sozialprohekts gewonnen.
Foto: Die Grünen Wien / Wikimedia

Obwohl Chorherrs rot-grüne Projekte bevorzugt im Umfeld der Stadt Wien gestartet und finanziert werden, denkt der Realo auch international. So hat er 2005 das Projekt „Sarch“ (social sustainable architecture) gestartet. Ort dieses internationalen Projekts war das südliche Afrika. Ehrgeiziges Ziel von „sarch“: Studierende aus europäischen Bildungseinrichtungen, d.h. vor allem Architektur- und Bauingenieurabsolventen, sollen gemeinsam mit Einheimischen vor Ort kommunale Projekte entwerfen und bauen. Grundlage dieses Engagement ist es, einen „Beitrag Wiens zu den in der Milleniumserklärung der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2000 formulierten Entwicklungszielen“ zu leisten. Auf dieser Basis gibt der Projektant Chorherr an, bei der Armutsbeseitigung, der Förderung von Nachhaltigkeit und der Etablierung einer allgemeinen Schulbildung mitzuwirken.

Hochegger-Partner Lederer und Langthaler sind Sponsoren

Laut Webseite von sarch wird das Chorherr-Projekt durch „Privatpersonen und Unternehmen“ finanziert. Wenn man sich diese „Privatpersonen“ näher ansieht, dann stößt man auf alte Bekannte im rot-grünen Lobbyingnetzwerk von Peter Hochegger. So scheinen unter den Sponsoren unter anderem die Firma Brainbows der ehemaligen Grünen Abgeordneten und nunmehrigen Lobbyistin Monika Langthaler und Lederer Communications des ehemaligen SPÖ-Kommunikationschefs und Lobbyisten Heinz Lederer auf. Daneben findet sich noch die Firma Kallco, die zahlreiche gewerbliche und private Bauprojekte in Wien umgesetzt hat, das steuerfinanzierte Bundesumweltamt, unter anderem Kunde von Langthalers Agentur, und die Investkredit. Brainbows' Engagement ist dabei nicht nur rein finanziell. Mit Christian Nohel sitzt Langthalers Vorstandskollege auch gemeinsam mit Chorherr im Vorstand von Sarch.

Auch ehemalige Casino-Tochterfirma sponsert

Aber nicht nur die im Umfeld von Hochegger, Telekom und Co agierenden Lobbyisten Langthaler und Lederer sind Gönner von Chorherrs Projekten. Auch ein Sponsor mit dem klingenden Namen Gold Reef City Casino ist auf der Webseite von sarch zu finden. Beschäftigt man sich näher mit diesem Sponsor, dann stößt man auf eine Glückspielfirma in Südafrika. Unter dem Namen firmiert eine ehemalige Tochtergesellschaft der Casinos Austria in Südafrika, So waren die Casinos Austria International bis 2009 am börsenotierten Glücksspielkomplex Gold Reef Resorts Ltd beteiligt.

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