Video verschwunden: Schlechtes Gewissen bei Langthaler und ORF?

Herbert KicklErst vor zwei Tagen berichetete Unzensuriert.at über die spektakuläre 10-jahres-Feier der von der früheren Grünen-Abgeordneten Monika Langthaler geführten Lobbying- und Beratungsfirma Brainbows im Oktober 2010. Herzstück der Party mit Polit-Prominenz vor allem aus der ÖVP war ein aufwändig produziertes ORF-Video in der Aufmachung einer „Sonder-Zeit-im-Bild“, moderiert von Ingrid Thurner, mit Wortspenden zahlreiche Polit- und Wirtschafts-Promis garniert und mit Einschätzungen der ORF-Experten Peter Filzmaier und Sophie Karmasin abgerundet. Brainbows war stolz auf diesen mehr als zwölfminütigen Werbefilm und verlinkte ihn daher sogar auf der Startseite des Internetauftritts, doch jetzt ist das Video plötzlich weg.

Video entfernt

Video entfernt

Das ORF-Werbevideo ist plötzlich von der Brainbows-Seite verschwunden.
Foto: Screenshot http://www.brainbows.com/de/10-jahres-fest-video

Auslöser für das klammheimliche Verschwinden war neben unserem Bericht wohl die Ankündigung der FPÖ, das Video zum Thema der ORF-Sitzungen von Programmausschuss, Publikumsrat und Stiftungsrat nächste Woche zu machen. Zu diesem Video würden sich nämlich zahlreiche Fragen ergeben, so Generalsekretär Herbert Kickl. Die wichtigste: Wer hat das bezahlt? Kickl: "Wer zahlte für die Kamerateams, für die Cutter, die Schnittplätze, das Studio und die ORF-Mitarbeiter, die mit der Produktion beschäftigt waren?" Der FPÖ-Generalsekretär vermutet, dass die Zwangsgebührenzahler des ORF dafür aufkommen mussten: „Immerhin war ORF-Generaldirektor Wrabetz beim 10-Jahres-Fest auch persönlich anwesend. Da ist es naheliegend, dass er das Video als kleines Geschenk mitgebracht hat, für das praktischerweise die Bürger mit ihren GIS-Beiträgen aufgekommen sind.“

Herbert Kickl

Herbert Kickl

Herbert Kickl will das merkwürdige Werbevideo für Langthalers Firma
in den ORF-Gremien besprechen lassen.
Foto: bundespraesident.in / flickr

Wrabetz‘ glückstrahlende Anwesenheit ist immerhin noch auf der Brainbows-Webseite belegt. Eines der zahlreichen Partyfotos zeigt ihn, wie er seiner ORF-Mitarbeiterin Claudia Reiterer, die den Abend moderierte, ein Interview gab. Reiterer wiederum ist geschäftlich-familiär mit Langthaler verbunden. Ihr Ehemann Lothar Lockl, ehemaliger Bundessekretär der Grünen, betreibt eine Beraterfirma, an der Langthaler eine Beteiligung hält. Und an ihrer Firma Brainbows, die sie gemeinsam mit dem ebenfalls früher im Sold der Grünen stehenden Christian Nohel führt, halten wiederum der ehemalige SPÖ-Kommunikationschef Dietmar Ecker und der einstige Schüssel-Chefberater Wolfgang Rosam Anteile. Hier agiert also ein über alle Parteigrenzen fest verwobenes Netzwerk, das sich beim Brainbows-Fest abbildete und Herbert Kickl zur der Feststellung führt: „Der Verhaberungsgrad in dieser schwarz-rot-grünen Bussi-Bussi-Gesellschaft aus Politikern, Beratern und Medienleuten ist immens.“

Dies wiederum gibt Anlass, die zahlreiche Verträge zu hinterfragen, die Brainbows in den letzten zehn Jahren vor allem aus ÖVP-geführten Ministerien erhalten hat. Kickl interessiert hier vor allem, ob angesichts dieser Freunderlgesellschaft noch faire Vergabeverfahren stattfinden würden, oder ob es tatsächlich so sei, wie der grüne Ämterkumulierer Alexander Van der Bellen im ORF-Werbevideo über Brainbows sagt: "Die haben ja schon bald ein Monopol in Österreich für alle Nachhaltigkeitsstudien, Umweltstudien, was weiß ich…" – Viel Stoff für den Untersuchungsausschuss!

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