Grüne Langthaler erhielt 30.000 Euro vom ORF für Studie

Monika LangthalerAlle waren sie gekommen, die Starjournalisten des ORF, als die ehemalige Grün-Abgeordnete Monika Langthaler 2010 zur 10-Jahres-Feier ihrer Firma Brainbows geladen hatte: Peter Resetarits, Tarek Leitner, Claudia Reiterer oder Waltraud Langer. Claudia Reiterer durfte sogar durch den festlichen Abend führen, kein Wunder, ist sie doch die Ehefrau des ehemaligen Grün-Kommunikationschefs und Langthaler-Geschäftspartners Lothar Lockl. Und von der Videoleinwand war Ingrid Thurnher als ZiB-Moderatorin zugeschaltet, um vor dem ORF-Design der ZiB eine Geburtstagssendung für Freundin Monika Langthaler zu moderieren. Ein Video, das vor wenigen Tagen, als daran von FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl politische Kritik geübt wurde, auf wundersame Weise von der Homepage von Brainbows verschwand. 

Wrabetz in Feierlaune mit Langthaler & Co.

Monika Langthaler

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Monika Langthaler kassierte 30.000 Euro vom ORF für eine Klimastudie.
Foto: LKULT / flickr (CC BY 2.0)

Aber auch die Fotogalerie, die das 10-Jahres-Fest von Langthalers Firma Brainbows dokumentiert, gibt noch genug Einblick, wie eng die Verbindung des ORF zu Monika Langthaler ist. Die Grüne Ex-Politikerin und Lobbyistin war immerhin von 2007 bis 2010 Mitglied des Stiftungsrates des ORF. Geholt hat sie ihr Vorgänger Pius Strobl, der ab 2007 als rot-grüner Kommunikationschef die Geschicke der Öffentlichkeitsarbeit im Kabinett von Generaldirektor Alexander Wrabetz steuerte. Nur selbstverständlich, dass auch Wrabetz mit Langthaler beim Firmenfest champagnisierte.

Nachhaltigkeitsstudie für den ORF produziert

Die gemeinsame parteipolitische Herkunft der Lobbyistin Langthaler und des ORF-Kommunikationschefs Pius Strobl war für die ehemalige Grünpolitikerin nicht von Nachteil. Um Langthaler in der rot-grünen Koalition im ORF-Stiftungsrat für Wrabetz & Co. günstig zu stimmen, hatte die ORF-Führung ein besonderes Projekt anzubieten. Wrabetz und Strobl beauftragten die Langthaler-Firma Brainbows mit der Erstellung einer CO2Bilanz für den ORF. Damit wurde das Aufsichtsorgan Langthaler gleichzeitig Auftragnehmerin des ORF und seiner Geschäftsführung. Und auch das Honorar konnte sich sehen lassen. Immerhin ließ sich der ORF Langthalers Expertise 30.000 Euro kosten, wie die Tageszeitung Standard berichtete. Bezahlen mussten dies die ORF-Gebührenzahler, die Langthaler eigentlich gegenüber dem ORF hätte vertreten sollen.

Anregung für CO2-Studie kam von Langthaler selbst

Liest man in den Archiven nach, dann erfährt man, dass die grundsätzliche Idee für diese CO2-Studie von Langthaler selbst gekommen ist. So beklagte sie bei ihrem Arbeitsantritt im ORF-Stiftungsrat, dass der ORF kein Klimaschutzkonzept vorzuweisen habe. Offensichtlich war dies das Stichwort für Wrabetz, der grünen Stiftungsrätin einen entsprechenden Auftrag zukommen zu lassen. Neben Telekom, ÖBB, Verbund, Bundesforsten und diversen Ministerien kam Langthaler so auch beim ORF auf die Auftragsliste. Hier legte nicht Kooperationspartner Peter Hochegger, sondern Parteifreund Pius Strobl die Rutsche für gesunde Geschäfte. Wie man aus dem Umfeld des ORF-Stiftungsrates, aber auch von Mitgliedern des Untersuchungsausschusse hört, wird auch diese Causa in den jeweiligen Gremien zur Sprache kommen. Die Grünen sollen darüber gar nicht erfreut sein.

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