Androsch Bildungsvolksbegehren geriet zum Flop

Claudia Schmied Mit lediglich 383.820 Unterschriften, das sind 6,07 Prozent der Wahlberechtigten, geriet das gestern zu Ende gegangene Bildungsvolksbegehren zum Flop. Somit konnte man lediglich Platz 17 unter den bis heute in der Zweiten Republik durchgeführten Volksbegehren erzielen. Rund ein dreiviertel Jahr mediales Trommelfeuer, Unterstützung durch die SPÖ, die Industriellenvereinigung, den Staatsrundfunk ORF und zahlreiche Prominente konnten die magere Ausbeute offensichtlich nicht verhindern. Sogar das bereits im Jahre 1969 durchgeführte Volksbegehren gegen die 13. Schulstufe erzielte mit 6,77 Prozent seinerzeit ein besseres Ergebnis und landete damit in der Statistik auf Platz 14.

94 Prozent lehnten die Androsch-Initiative ab

Claudia Schmied

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Bildungsministerin Schmied sieht ihre Forderungen trotz weniger Unterschriften
unterstützt und will weiter die Einführung der Gesamtschule betreiben.
 foto: SPÖ / flickr (CC BY-ND 2.0)

Analysiert man die Zahlen auf der Grundlage der einzelnen Bundesländerergebnisse, dann erkennt man den vergleichsweise hohen Ablehnungsgrad gegen die Androsch-Initiative. Während in Wien 91,2 Prozent der Wahlberechtigten das Volksbegehren ablehnten, waren dies in Tirol sogar 96,34 Prozent. Die besten Ergebnisse auf lokaler Ebene erzielte die Initiative in den Wiener Innenstadtbezirken Innere Stadt (72 Prozent Ablehnung), Neubau (81,5 Prozent Ablehnung), Wieden (84,6 Prozent Ablehnung) sowie Alsergrund (85,3 Prozent Ablehnung). Die Bildungsinitiative konnte somit bei weitem nicht das von Androsch angestrebte Ziel von bis zu 800.000 Unterschriften erzielen, das Erreichen von nicht einmal der Hälfte der Unterschriften ist für die Inhalte, viel mehr aber noch für die Unterstützer rund um Androsch ein deutlicher Dämpfer.

Androsch Schmied sehen dennoch Auftrag an Politik

Pure Realitätsverweigerung herrscht allerdings sowohl im Lager der Volksbegehrensunterstützer, als auch im eigentlich für Schulfragen zuständigen SPÖ-Unterrichtsministerium. Während Androsch einen Auftrag an die Politik in den nicht einmal 400.000 Unterschriften sieht, zeigt sich auch die amtierende Unterrichtsministerin Claudia Schmied bestätigt. So fordert Androsch einen Bildungsgipfel sowie eine rasche Umsetzung der im Begehren vertretenen Anliegen. Auch Schmied sieht SPÖ-Standpunkte in Richtung Ganztags- und Gesamtschule gestärkt. Demgegenüber sieht etwa die ÖVP, die als Gesamtpartei gegen das Begehren war, ihre Haltung gegen eine Vereinheitlichung des Schulsystems bestätigt. Von einem "Riesenbauchfleck" spricht die FPÖ, vor allem auch angesichts der brietne Medienunterstützung.

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