Langthaler auch im schwarzen Oberösterreich-Netzwerk

Monika LangthalerGeschäftstüchtig ist die ehemalige Grün-Abgeordnete und nunmehrige Lobbyistin Monika Langthaler. Und sie hat ein klares Kundenprofil, das sie unermüdlich und gnadenlos bearbeitet, die Netzwerkkulturen rund um ÖVP und staatsnahe Betriebe. Dabei hat es ihr vor allem der ÖVP-Bauernbund, das Landwirtschaftsministerium, das Finanzministerium, das Land Niederösterreich und das Raffeisen-Imperium angetan. Kein Wunder, ist sie doch als einziges Nicht-ÖVP-Mitglied in der schwarzen Vorfeldorganisation Ökosoziales Forum Vorstandsmitglied. Eine Funktion, die sich mit Aufträgen an ihre Firma Brainbows und Förderungen für ihren Kulturbetrieb Filmhof bezahlt macht.

Beiratsmitglied bei ÖVP-Netzwerk Akademia Superior

Monika Langthaler

Monika Langthaler

Monika Langthaler ist auch in Oberösterreich gut vernetzt.
Foto: LKULT / flickr (CC BY 2.0)

Monika Langthaler denkt ökonomisch „nachhaltig“. Das hat sie sich offensichtlich bei ihrem ehemaligen Kooperationspartner Peter Hochegger abgeschaut. Über dessen Vermittlung war sie ja seinerzeit unter einer schwarz-orangen Bundesregierung an lukrative Aufträge, etwa bei der Telekom gekommen. Nunmehr haben sich Langthalers Aktivitäten auf ein weiteres Bundesland ausgedehnt. Oberösterreich ist das Ziel für neue Aufträge an Brainbows und Co. Dort hat sich Langthaler in den Verein ACADEMIA SUPERIOR – Gesellschaft für Zukunftsforschung als Beiratsmitglied eingeklinkt. Michael Strugl, langjähriger ÖVP-Landesparteisekretär und ÖVP-Klubobmann, ist Obmann dieses Vereins, Monika Langthaler seit 2011 dort Beiratsmitglied.

Drei Viertel bei Brainbows „Privataufträge“?

Die Lobbyistin Langthaler nutzt diese oberösterreichische ÖVP-Plattform, um für die eigenen Firmen Brainbows und Filmhof kräftig Werbung zu machen. Dass sie es in Sachen Eigenwerbung mit der Realität nicht immer ganz ernst nimmt, dient offensichtlich der Verschleierung der unzähligen von ihr übernommenen öffentlichen Aufträge. In einem Interview auf der Plattform Akademia Superior erklärt sie etwa zu den Geschäften von Brainbows: „Drei Viertel unserer Aufträge kommen von Firmen und ein Viertel von der öffentlichen Hand wie Ministerien.“ In der Dialektik der Lobbyistin Langthaler zählen offensichtlich Unternehmen wie der Verbund, die Telekom, die ÖBB, der ORF, die Bundesforste oder das Umweltbundesamt nicht zur „öffentlichen Hand“.

Stolze niederösterreichische „Gutsbesitzerin“

Zum Geschäftsgegenstand der zweiten Langthaler-Firma Flmhof erklärt die Ex-Politikerin, dass jährlich 30.000 Besucher die dort gebotenen Veranstaltungen besuchen würden. Mit welchen hohen Subventionen die Landesregierung unter Landeshauptmann Erwin Pröll Langthalers Kulturbetrieb bisher unterstützt hat, verschweigt die Lobbyistin. Dafür spricht sie vom eigenen „Gut“, und deklariert sich als Gutsbesitzerin. Es zeigt sich, wie stark das feudale Umfeld der ÖVP-Auftraggeber auf Langthalers Persönlichkeit bereits abgefärbt hat. Ihr Bewusstsein wird durch ihr Sein in den ÖVP-Netzwerken offensichtlich vollständig bestimmt. Weiteres Schmankerl: Im Interview wird stolz geschildert, dass ein Anruf eines niederösterreichischen Landesrates das Gespräch unterbrochen hatte, da dieser sie wegen eines Lobbyingprojektes kontaktiert hatte, und sie ja „alle“ kenne.

„Gipfelstürmerin“ gegen „Seilschaften“

Geradezu moralisierend erzählt Langthaler dann über „Parteien und Seilschaften“, die verhindern würden, dass gute Leute an die Spitze kommen. Dazu kommt eine Medienschelte, dass sich die Berichterstattung der Medien auf immer weniger Personen konzentrieren würde und damit alt her gebrachte Strukturen zementiert würden. Langthaler selbst sieht ihre eigene Person offensichtlich von diesen Strukturen total abgehoben und entrückt. Ansonsten könnte es wohl nicht passieren, dass sie sich dort auf die Suche nach „Plattformen“ begibt, „wo angstfrei und kreativ gedacht und ausgetauscht wird“. Langthaler jedenfalls ist in den Augen der Öffentlichkeit längst als Gipfelstürmerin in diesen Seilschaften angelangt.

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