Schönborn sagt Tod des Christentums in Europa voraus

In Österreich pflegt sich der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn in politische und gesellschaftliche Dinge kaum einzumischen. Bei seiner Reise in die USA entwichen ihm überraschend scharfe Worte. Seinen Vortrag an der katholischen Universität Washington fasst das Portal MinistryValues zusammen. Sukus der Aussagen: Das Christentum stirbt in Europa.

Die Europäische Union soll ein starker Bund sein, seine Mitgliedsstaaten vereinen, vertreten, schützen und unterstützen. Doch wie sich schon mehrmals herausgestellt hat, ist das Konstrukt von seinem ursprünglichen Zweck weit entfernt. Anstatt den Mitgliedsstaaten die Souveränität gegenüber dem Rest der Welt zu ermöglichen, verwandelt sie sich in ein Werkzeug der Gleichschaltung und Unterdrückung. Auch der Wiener Kardinal Christoph Schönborn äußert seine Bedenken gegenüber diesem System und kritisiert eine Tendenz weg von der traditionellen Religion und den damit verbundenen Werten.

Welche sind denn die Werte, die in der EU von Bedeutung sind? Schenkt man den Aussagen des Kardinals (und dem Verhalten der Bevölkerung) Glauben, so ist Europa größtenteils von einer Konsumgesellschaft bevölkert: Status ist gleichbedeutend mit Geld, die Skandale reicher Menschen dominieren die Medien, und auch das Interesse der Einwohner richtet sich größtenteils darauf, wo wieviel Geld zu finden ist. Mit dem christlichen Weltbild, dessen Wertvorstellungen von Nächstenliebe, Bescheidenheit und Zurückhaltung verantwortlich für die weltweite Verbreitung waren, hat dies nichts mehr zu tun. Selbst das "Dunkle Mittelalter", so Schönborn, sei nicht annähernd so gewalttätig und tödlich gewesen wie das 20. Jahrhundert.

Die EU wiederum erwähnt das Christentum nicht einmal in ihrer Verfassung. Ihre Mitgliedsstaaten sind der Meinung, die von ihnen erdachten Werte seien denen des Christentums überlegen – eine Anmaßung, die an Frechheit kaum zu übertreffen ist. Die jahrtausendealte Religion wird von der EU schlicht ignoriert bzw. sogar als "fremdes Element" gesehen – laut Schönborn ist diese Verleugnung ihrer Wurzeln der Grund dafür, dass Europa nun die am wenigsten religiöse Region der Welt sei. Der damit verbundene Anstieg der Gewalttaten und der durch den Egoismus begründete Geburtenrückgang bringen den Kardinal zum Schluss, dass Europa im Sterben läge.

Schönborns Worte treffen den Kern. In traditionell-katholischen Kreisen wird allerdings bezweifelt, dass der Kardinal auch in Europa ähnlich klare Worte finden würde. Tatsächlich nimmt die neuerdings in Mode gekommene Abkehr von allem, was traditionell und bewährt ist, in jedem Bereich des Lebens erschreckende Ausmaße an. Auch die Religion wird nun in einem Anfall des Größenwahns als nichtig erklärt, die kürzlich aufgetretenen Atheistenkampagnen unterstreichen dieses Denken: Wieso sollte ein freier Mensch sich an wissenschaftlich nicht belegte Glaubensrichtungen binden? Leider vergessen die Vertreter dieser Standpunkte, dass Religion von Anfang an dazu diente, Völker unter der Berücksichtigung von Natur, menschlichen Kernfragen, Mythologie und Soziologie unter einem Banner zu einen, dem jeder ohne moralische Bedenken dienen kann. Durch die sogenannte "Befreiung" der Menschen aus diesem Denkmuster wird tatsächlich Individualismus gefördert – doch für einen Preis, der schon auf den ersten Blick absurd scheinen sollte: der Verweigerung jeder Art von traditionell an das Volk angepassten Richtlinien. Denn im Gegensatz zu den Hetzreden, die Atheisten und Globalisten halten, ist Religion keine Einschränkung und Unterdrückung.

Jene, die so sehr für ein "freies Denken" der Menschen predigen, zwingen ihnen somit auf populistischste Weise das Nicht-Befassen mit der Religion und somit das Nicht-Denken auf. Die Rechnung für dieses Verhalten ist offensichtlich und folgt auf dem Fuße: Die gesunde islamische Religion wird in Europa immer stärker. Denn diese Menschen bekommen Kinder – ein Symbol für die Funktion des Lebens, die die aktuelle Zügellosigkeit wohl zu verfehlen plant.

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