Mario Monti: Bilderberger als Krisenfeuerwehrmann

Italien hat einen neuen Regierungschef. Der ehemalige EU-Kommissar Mario Monti soll das Land aus der Krise führen. Auf Grund seiner zwei Perioden in der Kommission, zuständig zunächst für den Binnenmarkt, dann für den Wettbewerb gilt er als bestens vernetzt mit den europäischen Eliten. Auch zu den für sein Land derzeit so gefährlichen Finanzmärkten unterhält er beste Beziehungen. Immerhin entstammt er selbst einer Bankiersfamilie. Kritiker interessieren sich vor allem für seine Mitgliedschaft in diversen Gesellschaften, die das Licht der Öffentlichkeit scheuen.

Was in den deutschsprachigen Lebensläufen anlässlich Montis Kür nicht erwähnt wird, ist für die britische Nachrichtenagentur Reuters ein nicht unwesentliches Detail, wenn sie schreibt:
Er ist Vorsitzender des europäische Zweigs der Trilateralen Kommission, ein Gremium, das die Machteliten der Vereinigten Staaten, Europas und Japans zusammenführt, und ist auch ein Mitglied der geheimen Bilderberg-Gruppe von Wirtschafts-Führungskräften und anderen „führenden Bürgern.“

Kritiker sehen diese Vereinigungen als Gremien, die außerhalb der demokratischen Prozesse Beschlüsse fassen und auf die Politik maßgeblichen Einfluss ausüben, damit diese auch umgesetzt werden. Auch Österreichs Kanzler Faymann hat bereits an zumindest einem Bilderberg-Treffen teilgenommen, diese Reise allerdings als privat klassifiziert und sich daher geweigert, parlamentarische Anfragen zum Inhalt der dortigen Gespräche zu beantworten.

„Der italienische Preuße“ mit besten EU-Kontakten

Unabhängig von der Bewertung dieser Mitgliedschaften rückt Italien durch Monti als Nachfolger von Silvio Berlusconi näher an die Europäische Union und wird – ähnlich wie Griechenland unter dem früheren EZB-Banker Papademos – wohl wesentlich willfähriger die Forderungen nach Reformen und Einsparungen umsetzen. „Er hatte keine sehr italienische Art, mit den Dingen umzugehen“, erinnert sich ein ehemaliger Botschafter, der mit Monti in Brüssel gearbeitet hat, gegenüber Reuters und beschreibt ihn als harten, aber verlässlichen Verhandlungspartner. Sein Spitzname damals sei der „Der italienische Preuße“ gewesen.

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