FC-Wien-Obmann: „Rassismus wird im Fußballverband toleriert“

FC Wien Vorstand Große Empörung beim Fußballklub FC Wien. Von der Suspendierung des Vereins erfuhr Obmann Gernot Gröschel nicht vom Wiener Fußballverband (WFV), sondern auf der Seite von Unzensuriert.at. Dort hatte der Vizepräsident des WFV, Manfred Steiner, in einem Interview angekündigt, den FC Wien mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb auszuschließen. Unklar ist, ob Steiner eigenmächtig handelte oder sich mit Funktionären des WFV abgesprochen hatte.

FC Wien Vorstand

FC Wien Vorstand

Der Vorstand des FC Wien wehrt sich gegen die Suspendierung.
Von links: Remigiuz Krawczyk (Schriftführer, aus Polen),Gernot Gröschel
(Präsident, Österreich), Madieng Fall (Trainer, Senegal).
Foto: FC Wien

Suspendierung heißt, dass der Verein keine Spiele mehr bestreiten darf, sozusagen vom Meisterschaftsbetrieb ausgeschlossen ist. Die Entscheidung fällte Steiner, nachdem er die Homepage des FC Wien betrachtet hatte. Die gefiel ihm nicht, weil der Verein nach einer Prügelaffäre nach dem Heimspiel gegen Robinson FC  im Kabinentrakt der Franz-Koci-Sportanlage einen mutmaßlichen Täter an den Pranger gestellt hatte. Ein türkischer Spieler soll mit einem Schlagring auf einen jungen FC-Wien-Akteur eingeschlagen haben. So heftig, dass dieser blutüberströmt ins Spital eingeliefert werden musste. Jetzt ermitteln die Behörden, ein ziviles Verfahren wurde eingeleitet. Was den Verein aber maßlos ärgerte: Der Fußballverband reagierte auf die Hilferufe des FC Wien dem Vernehmen nach nicht, so wurde der Verein selbst aktiv, stellte Foto samt Spielerpass des angeblichen brutalen Schlägers in einer Collage mit dem blutenden Opfer ins Netz. Außerdem folgenden Text: „Es verletzt unser gesundes Ehrgefühl als integrativer Fußballverein, dass eine Mannschaft, die ihre Gegner als Schwuchteln und Scheiß-Österreicher beschimpft – und ihre Aggressivität auch noch mit roher Gewalt unterstreicht – keine Konsequenzen füchten muss. Es sei denn, wir reagieren darauf!“

Obmann Gröschel "überrascht nichts mehr"

Konsequenzen gab es nun, aber gegen den Opfer-Verein. „Mich überrascht nichts mehr“, sagte FC-Wien-Obmann Gernot Gröschel gegenüber Unzensuriert.at, als er von der Suspendierung erfuhr. Diese Entscheidung zeige, dass beim Wiener Fußballverband Rassismus toleriert werde. Die Schiedsrichter würden alles durchgehen lassen, „wenn dann jemand reagiert, wird er bestraft“. Der FC Wien habe vom Verband noch keine Nachricht über den Ausschluss erhalten. Daher werde die Mannschaft am Donnerstag, 20.15 Uhr, auf dem KDAG-Platz in der Eibesbrunner Straße zum Ligaspiel in der Diözesansportgemeinschaft (DSG) antreten. Sollte vom Fußballverband ein Schreiben bezüglich Suspendierung kommen, werde der Verein dagegen Rechtsmittel einbringen.

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