FPÖ fragt nach Kosten für Faymanns Facebook-Auftritt

BildAm 26. Oktober startete SPÖ-Bundeskanzler Werner Faymann unter großem medialen Getöse eine für seine Person aufgesetzte Initiative in Sachen „Social Media“. Nicht weniger als neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bundeskanzleramt sollen mit der mehrmonatigen Vorbereitung und der aktuellen Betreuung dieses Projekts betraut sein. Projektverantwortlich zeichnet Faymanns ehemalige Pressesprecherin Angelika Feigl, die nach ihrer Abberufung mit dieser Position versorgt worden war. Im Vorfeld warb die Projektgruppe, die sich selbst den Namen „team bundeskanzler“ gegeben hatte, damit, dass es ein eigenes App für iPhones und Android-Handys sowie einen eigene Youtube-Kanal, geben solle.

Start des Faymann Auftritts geriet zum veritablen Flop

Faymann klatscht

Faymann klatscht

Für Experten ist des Kanzlers Facebook-Auftritt
Parteiwerbung auf Staatskosten.

Foto: Werner Faymann / flickr (CC BY-ND 2.0)

Ein „Lokalaugenschein“ auf der Facebook Seite des SPÖ-Bundeskanzlers nach rund einer Woche, brachte sehr ernüchternde Ergebnisse zu Tage. So hatte Faymann lediglich magere 3.500 Fans um sich geschart, auch heute (16.11.) sind es noch keine 4000. Darüber hinaus wurden inhaltlich nur sehr bescheidene Informationen, etwa zur Schuldenkrise in Griechenland oder der Zukunft des Euro auf diese offizielle Seite gestellt. Deshalb machte sich auch gehöriger Unmut in den Postings breit. Dem gegenüber stehen hohe Kosten, die einzig und allein der Steuerzahler zu finanzieren hat.

Politologe Sickinger übt Kritik an Faymanns Web-Auftritt

In diesem Zusammenhang kam auch von ganz unerwarteter Seite Kritik am Bundeskanzler. Der linke Politologe Hubert Sickinger, in seiner Studentenzeit selbst Funktionär einer VSStÖ-Liste am Innsbrucker Juridicum, zeigt sich über des Kanzlers Initiative gar nicht erfreut:

Eigentlich ist es ein grundlegendes Problem, so einen Webauftritt als Regierungschef, nicht als Parteichef zu machen. Denn als Kanzler spricht Faymann für die Republik bzw. die gesamte Regierung, polarisierende parteipolitische Aussagen sind da nicht drin. Allerdings würde man vom Politiker Faymann im Mitmachweb gerade klare politische Aussagen erwarten -> wäre aber seine Rolle als Parteichef. Für die Kommunikation des Parteichefs dürfte natürlich auch nicht öffentliches Geld und beamtetes Personal herangezogen werden… Kurzum: die "staatstragende" Rolle wäre viel billiger zu haben gewesen, den politischen Auftritt hätte die Partei machen müssen. Regierungssprecher in Deutschland achten sorgfältig darauf, nur die Regierungsthemen zu kommunizieren, nicht Parteipolitik.

HC Strache brachte Anfrage über Kosten ein

Die FPÖ hat nun eine Initiative gesetzt, um Licht in die Finanzierung des Kanzler-Auftrittes  zu bringen. FPÖ-Klubobmann HC Strache verlangt in einer parlamentarischen Anfrage Aufklärung darüber, wie hoch die Kosten des „Social Media“-Abenteuers des SPÖ-Bundeskanzlers sind. So werden unter anderem Fragen nach dem Personaleinsatz, der Entlohung, des Büroflächeneinsatzes, der Auftragsvergabe für technische Applikationen und Videos sowie der Abgrenzung zu reiner SPÖ-Parteiwerbung bzw. Werbung für den SPÖ-Obmann Faymann gestellt.

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