Darabos besorgte Posten für Sohn des roten Bürgermeisters

Norbert DarabosNomen est omen. Als Verteidigungsminister muss Norbert Darabos (SPÖ) nach wie vor einen Abwehrkampf führen – gegen Angriffe auf seine Person. Selber schuld, denn durch die „Causa Entacher“, Umfärberei in seinen Ressorts und Postenschacher bleibt Darabos in der Schusslinie. Jetzt wurde bekannt, dass der schwer unter Druck geratene Minister für den Sohn des roten Bürgermeisters seiner Heimatgemeinde im Burgenland einen Job im Heer verschafft haben soll.

Darabos Entacher

Darabos Entacher

Schlappen am laufenden Band. Wie jetzt bekannt wurde, war die
Entacher-Versetzung nicht die einzige Fehlentscheidung  des Ministers.
Foto: gerhard.loub / flickr  (CC BY-NC 2.0)

Die Regionalmedien Austria (RMA) berichten in den jüngsten Ausgaben ihrer Lokalzeitungen über diesen Postenschacher, den die freiheitliche Bundesheergewerkschaft AUF-AFH anprangerte. Und zwar in der Abteilung „Materialstab Luft“. Dort soll der junge Mann, Sohn des SP-Bürgermeisters aus der Heimatstadt von Darabos, einen Posten erhalten haben. Die FP-Gewerkschafter regt die Causa deshalb so auf, „weil es eigentlich einen Aufnahmestopp beim Bundesheer gibt“. In dem RMA-Artikel spricht der stellvertretende Bundesvoristzende der AFH, Manfred Haidinger, von „Freunderlwirtschaft“ und kritisiert: „Einfach formuliert, warten beim heeresinternen Arbeitsamt 3.500 Beamte auf einen Posten, da verstehe ich nicht, warum ein gelernter Maler und Anstreicher auf einen Verwaltungsposten gesetzt wird.“

Oberstleutnant wartet auf Rehabilitierung

Laut RMA rechtfertigt man sich beim Verteidigungsministerium damit, dass der Job nur Karenzvertretung sei. Haidinger dagegen hegt die Befürchtung, dass nach Ablauf dieser acht Monate der Vertrag in ein unbefristetes Dienstverhältnis umgewandelt werde. Dem nicht genug, weiß Haidinger von einem weiteren „Entacher-Fall“zu berichten. Darabos hatte einen Kollegen – wie General Edmund Entacher – dienstversetzt. Er berief dagegen und bekam im April 2011 vor derselben Berufungskommission wie Entacher Recht. Seit sieben Monaten wartet der Oberstleutnant, dass er zurückkehren kann. Doch der Minister reagiert nicht.

Wie die RMA weiter berichten, erlitt Darabos noch eine Schlappe: Ein Gericht habe nun bestätigt, dass der Minister selbst die Entscheidung getroffen hätte, wer an die Spitze der Abteilung „Materialstab Luft“ zu setzen wäre. Wie berichtet, wurde dem mindergeeigneten (roten) Kandidaten der Vorzug gegeben, der bestgeeignete Beamte umgangen. Dieser zog vor Gericht. Die Angelegenheit ist deshalb pikant, weil nun die Republik per Gesetz vom Minister Schadenersatz fordern muss. Geht es mit rechten Dingen zu, müsste Darabos für den Schaden, der der Republik entstanden ist, persönlich haften. Außer, man lässt die Frist bis Mitte März 2012 einfach verstreichen…

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