Faymanns Facebook-Profil als Tummelplatz für falsche Freunde

Werner FaymannEin neuer Skandal rund um die Öffentlichkeitsarbeit von Bundeskanzler Werner Faymann wurde durch das Monatsmagazin Datum bekannt. Nachdem die Kosten des Facebook Auftrittes und die Beschäftigung von insgesamt neun Mitarbeitern sowie die Qualität der dort veröffentlichten Informationen seit dem Start am 26. Oktober 2011 in der öffentlichen Kritik stehen, sind nun neue Indizien in Bezug auf diese Kanzlerinitiative aufgetreten. Wie  Datum in seiner jüngsten Ausgabe aufdeckte, soll bei einem erheblichen Teil der Facebook-Freunde des Bundeskanzlers die wahre Identität mehr als zweifelhaft sein.

Nutzerprofil- und Inhaltsanalyse

Werner Faymann

Werner Faymann

Faymanns Freunde halten dem Echtheitstest nicht stand, die Gegner schon.
Foto: Unzensuriert.at

Datum machte sich die Mühe und begleitete den Facebook-Auftritt Faymanns seit dessen Start am 26. Oktober 2011. Dabei wurden einerseits die Nutzerprofile genauer unter die Lupe genommen und andererseits eine Inhaltsanalyse der geposteten Meldungen vorgenommen. Bei dieser Analyse kamen interessante Ergebnisse zum Vorschein. Neben dem insgesamt geringen Interesse an Faymann via Facebook und einer Vielzahl von negativen Postings erregten vor allem die – freilich wenigen – positiven Medlungen das Interesse der Facebook-Analysten. Bei dieser Spezies traf man einerseits auf eine Häufung von Faymann-Mitarbeitern und andererseits auf eine ganze Reihe von unechten User-Identitäten, was die Akzeptanz des Kanzlers im sozialen Netz stark in Zweifel zieht

Fachleute vermuten Marionetten-Accounts

Zum einen ist den Analysten aufgefallen, dass zu den fleißigsten Postern bei Faymann dessen  außenpolitischer Berater Raphael Sternfeld und sein Wirtschaftsberater Leo Szemeliker gehören. Sie und andere enge Mitarbeiter aus Kanzleramt und SPÖ-Bundesparteizentrale gehören zu den größten Fans des Faymann-Auftrittes und betätigen permanent den „Gefällt mir“-Button. Augenscheinlicher war für die Datum-Redaktion aber auch das Faktum, dass zahlreiche Facebook-Profile, die ausschließlich positive Meinungen zu Faymann gepostet hatten, den Echtheitstest nicht bestanden. So hatten diese Nutzer durchwegs keinerlei weiterführe Infos auf dem Profil oder hatten dieses für Dritte überhaupt gesperrt. Bei einem Fan wurde sogar ein Agenturfoto eingesetzt, das den vermeindlichen Faymann-Freund darstellen sollte.

Social-Media-Expertin erhebt Manipulationsvorwurf

Eine zu diesem Fakten befragte Social-Media- Expertin erhebt sogar indirekt den Vorwurf, dass zum Zwecke der Manipulation Marionetten-Accounts angelegt worden sind, um das Meinungklima für den SPÖ-Bundeskanzler positiv zu beeinflussen. Vor allem Sprache und Ausdrucksweise würden auf eine gesteuerte Kommunikation hindeuten. Faymanns Facebook-Beauftragte Andrea Feigl gibt sich zu den erhobenen Vorwürfen ziemlich wortkarg und betont dass die meisten Kommentare von zweifelsfrei echten Profilen stammten. Beim Nachweis falscher Accounts sollen diese in Zukunft blockiert werden.

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