Basel III bedeutet Bankensanierung auf Kosten der Klein- und Mittelbetriebe

Im Zuge der Finanzkrise gerieten international und hochspekulativ tätige Banken in die Krise. Gier und Kurzsichtigkeit ihrer Manager forderten milliardenschwere Tribute. Immobilien, die sich als überbewertet erwiesen, wurden mithilfe von waghalsigen und risikoreichen Finanzkonstruktionen erworben. Sehr lässige Kreditvergabepolitik bewirkte künstlichen Wirtschaftsaufschwung und folglich überwiegend kreditfinanzierte Nachfrage im Osten. Wertberichtigungen, Kreditausfälle und Abschreibungen in enormer Höhe waren die unmittelbare Folge für die betroffenen Institute – Bankenhilfspakete, anstehende Steuererhöhungen und eine bedrohliche Kreditklemme die Folge für die Gesellschaft.

Das Bankenhilfspaket sollte helfen, den Eigenkapitalanteil von in Schwierigkeiten geratenen Instituten zu erhöhen, um so deren Bonität zu verbessern und Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten. Durch die Kapitalregelungen von „Basel III“ werden viele erneut massiv unter Druck geraten. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, wird internen Berechnungen diverser Bankhäuser zufolge zusätzlicher Kapitalbedarf im Volumen von 300 Milliarden Euro entstehen. Wie diese gewaltige Summe aufgebracht werden soll, ist bis dato nicht bekannt. "Basel III" wurde bereits entworfen, um die Risiken von Banken zu begrenzen und damit die Gefahr zukünftiger Krisen zu bannen. Die Umsetzung der umstrittenen Vorschriften steht 2012 bevor.

Für die heimischen Klein- und Mittelbetriebe heißt das, dass sie sich wahrscheinlich noch längere Zeit mit den bedrohlichen Konsequenzen der – entgegen den Aussagen von Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl – sehr wohl bestehenden Kreditklemme herumschlagen müssen. Banken versuchen ihre Bilanzsummen durch restriktive Kreditvergabepolitik und den Verkauf von Wertpapieren zu verringern, um so ihren Eigenkapitalanteil, relativ gesehen, zu erhöhen.

2012 wird es sich erneut rächen, dass die Vergabe staatlichen Partizipationskapitals an keinerlei Bedingungen bezüglich der Versorgung unserer Wirtschaft mit ausreichend Liquidität geknüpft wurde. Leider werden weder Bundeskanzler Faymann noch Finanzminister und Neffe Josef Pröll die Rechnung für den Kniefall der Politik vor Treichl, Konrad und Co bezahlen, sondern wiederum der heimische Mittelstand. 

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