Ein Wort von Van der Bellen kostet 150 Euro

Van der Bellen Was macht eigentlich der von der Stadt Wien als Uni-Beauftragter tätige Alexander Van der Bellen? Seit fast genau einem Jahr ist der 67-jährige Ex-Grünen-Chef in dieser Funktion, doch was er genau tut, weiß keiner. Von manchen wird Van der Bellen daher spöttisch als „Phantom des Rathauses“ bezeichnet. Als teures, wie sich jetzt herausstellt: Denn der Uni-Beauftragte legte seinen ersten Bericht vor. Die Tageszeitung Heute hat ausgerechnet, wie viel Geld ein Wort darin kostet – sage und schreibe 150 Euro!

Van der Bellen

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Van der Bellen: 210.000 Euro Budget als Uni-Beauftragter.
Foto: sugarmelon.com / flickr (CC BY 2.0)

Nach dem Rauswurf ihres Chefredakteurs Wolfgang Ainetter ist die Gratiszeitung Heute wieder halbwegs auf Linie. Das mutmaßlich der SPÖ nahestehende Blatt berichtet – nach wenigen Tagen investigativem Journalismus, der Bundeskanzler Werner Faymann in die Bredouille brachte – wieder brav: „Kanzler auf Blitzbesuch in Berlin – Faymann berät heute mit Merkel gemeinsame EU-Linie“. So sieht sich der Regierungschef gern. Auf dem Foto mit den Mächtigen dieser Welt, mit Angela Merkel, mit Barack Obama oder Arnold Schwarzenegger.

Gegen abgetakelte Grün-Politiker dürfen Heute-Redakteure aber weiterhin zur Jagd blasen. Bei Van der Bellen mit Recht. Denn der Professor bekam von der Stadt Wien ein Budget von 210.000 Euro und den Titel Uni-Beauftragter umgehängt – quasi eine Abfertigung dafür, dass der Vorzugsstimmensieger bei den Grünen auf ein Stadtratsmandat verzichtet.

Van der Bellen blickte "Über den Tellerrand"

Dass Alexander Van der Bellen für dieses Geld auch etwas arbeiten muss, war wohl nicht Inhalt dieses faulen Kompromisses. Nach einem Jahr legte „VdB“ trotzdem einen Bericht vor. Unter dem Titel „Über den Tellerrand“ nimmt er auf 42 Seiten eine Analyse des Wissenschaftsstandorts vor. Wie Heute schreibt, umfasst das eigentlich spannende Kapitel „Vorschläge und Empfehlungen“ gerade einmal drei(!) Seiten oder 1402 Wörter. Umgelegt auf sein Budget kostet somit jedes Wort 150 Euro. Kritiker kommen zum Schluss, dass dies durchaus luxuriös sei, wenn man sich die „Erkenntnisse“ ansieht. Wien habe weitere Potenziale, ein entsprechend attraktiver Knotenpunkt für Spitzenforschung zu sein und die Hochschulen seien ein wichtiger Teil dieser Stadt, analysiert Van der Bellen.

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