Homophobie? Sicher nicht!

Die Olympischen Spiele in Vancouver sind zu Ende. Unzensuriert.at hat sich mit einer kleinen Fußnote des sportlichen Großereignisses beschäftigt – dem "Pride House" für homosexuelle Sportler. Der Artikel hat unerwartet hohe Wellen geschlagen.

Kommentar von Alexander Höferl

Nachdem der Beitrag knapp eine Woche lang mittelmäßig beachtet auf unserer Seite stand, liegt er nun auf Platz 3 der meistgelesenen Artikel des Jahres 2010. Für die plötzliche Popularität sorgten einige Homosexuelle – angeführt vom Wiener Grünen-Gemeinderat Marco Schreuder, zugleich Landessprecher der "Grünen Andersrum". Er entdeckte darin eine "unentschuldbare homophobe Entgleisung" des Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf.

Blogger aus der grünen Homo-Szene spendeten ihrem Chef ergeben Applaus. Vom Inhalt der Empörungs-Artikel amüsiert, kümmerten wir uns lediglich darum richtigzustellen, dass Unzensuriert.at nicht die "Webseite des Dritten Nationalratspräsidenten" ist, sondern – wie dem Impressum unschwer zu entnehmen – vom Verein zur Förderung der Medienveilfalt verantwortet wird. Leider fehlt den beiden selbsternannten Qualitätszeitungen dieses Landes – "Die Presse" und "Die Standard" die journalistische Basisfertigkeit der Recherche, um dies von selbst festzustellen.

In unserem Artikel über das "Pride House" ist kein einziges Wort enthalten, das als "Wettern gegen Homosexuelle" oder gar als "homophobe Entgleisung" aufgefasst werden könnte. Die Seite Erstaunlich.at kommt bei einer Untersuchung des Textes ebenfalls zu diesem Ergebnis und darüber hinaus zu dem Schluss: "Diese Gruppe (gemeint populistische und profilierungssüchtige Homosexuellen-Initiativen, Anm.) akzeptiert keine Kritik und agiert unter dem Motto Bist Du nicht für mich, dann bist Du gegen mich ."

Tatsächlich bestärkt der Wirbel um unseren Artikel diese Annahme: Wer nicht in den umfassenden Forderungs-Kanon der Homo-Vereine nach Gleich- oder Besserbehandlung einstimmt, sich nicht bedingungslos für jede noch so seltsame und deplatzierte Initiative einsetzt, die eine oder andere Merkwürdigkeit aus dieser Ecke sogar kritisiert, der ist homophob. Je nachdem ob man für homo die lateinische oder griechische Wurzel hernimmt, hat man mit diesem Stempel versehen Angst vor dem Menschen oder vor dem Gleichen. Beides ist auf Homosexuelle bezogen nicht der Fall, so lange sie keinen Anlass liefern, sich vor ihnen zu fürchten.

Auf die pseudo-psychotherapeutische Ferndeutung, unsere Skepsis gegenüber penetranter Öffentlichkeitsarbeit als Angst auszulegen, können wir gerne verzichten. Auch wir ersparen uns die psychologische Interpretation so mancher homosexueller Selbstmarketing-Strategie. Auf der sachlichen Ebene werden wir uns das Wort auch weiterhin nicht verbieten lassen, so sehr manche Homosexuelle deshalb auch verbal entgleisen mögen.

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