Muzicant fordert Rauswurf des WKR-Balls schon 2012

EröffnungDie Plattform SOS Mitmensch lud heute zu einer Pressekonferenz und forderte, dass der Wiener Korporationsball (WKR-Ball) bereits 2012 nicht in der Hofburg stattfinden dürfe. Eine Abhaltung des Balls ab 2013 war bereits im Vorfeld von der Hofburg-Betriebsgesellschaft abgelehnt worden. Hauptkritikpunkt der Plattform war der Umstand, dass der Ball nächstes Jahr am Tag der Auschwitz-Befreiung, dem 27. Jänner, stattfinden wird. Dies ergibt sich daraus, dass der Ball seit vier Jahrzehnten stets auf den letzten Freitag vor dem letzten Samstag im Jänner datiert ist. Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, vermutet dahinter freilich eine „Provokation“. Hier seine Aussagen, wie sie auf Orf.at zitiert wurden:

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Eröffnung des WKR-Balls 2011: Die Gäste der Tanzveranstaltung
werden von Ariel Muzicant als Holocaust-Leugner und Nazis diffamiert.
Foto: Unzensuriert.at

Symbole und Gedenktage seien ein wesentlicher Teil der Antisemiten, Nazis und Rechtsextremen, meinte Ariel Muzicant, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, in einer Pressekonferenz. Die Szene wüsste genau, dass der 27. Jänner nicht irgendein Tag sei, sondern jener, an dem man die Auschwitz-Befreiung begehe.

„Den WKR-Ball, also die Zusammenkunft einer ganzen Schar von Holocaust-Leugnern, von Rechtsextremen, von Nazis, von Neonazis, an diesen Tag zu setzen, ist eine Verhöhnung der Opfer der Schoah“, meinte Muzicant. Wenn sich einige Herrschaften an diesem Tag in die Hofburg begeben, frage er sich, was sie tun: „Feiern die sozusagen die zwei Millionen Toten von Auschwitz, oder was? Tanzen sie sozusagen auf sechs Millionen toten Juden, oder was denken sich die dabei?“

Es sei ein „Skandal“, dass das offizielle Österreich jede Menge Gedenkveranstaltungen begehe, aber nichts tue. Er verstehe nicht, dass das offizielle Österreich vom Bundespräsidenten abwärts nicht einfach einen Weg finde, „diese Herrschaften aus der Hofburg hinauszuschmeißen“, kritisierte Muzicant.

FPÖ: Hasserfüllte Hetze und Gutmenschen-Apartheid

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl reagierte schockiert und sprach von „hasserfüllter Hetze“ und „Gutmenschen-Apartheid gegen Nicht-Linke“: „Mit diesem blinden Hass gegen Andersdenkende disqualifizieren sich die linken Proponenten von selbst.“ Es sei unerträglich für eine Demokratie, wenn vom Staat geförderte Privatvereine zu radikalen Ausschreitungen gegen eine friedliche Ballveranstaltung aufrufen würden, mahnte Kickl zur Mäßigung und kündigte an: „Wir werden Herrn Muzicant und SOS Mitmensch voll in die Verantwortung nehmen, wenn bei den zu erwartenden gewalttätigen Demonstrationen Menschen zu Schaden kommen."

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