Feine Gesellschaft: Rudas, Pelinka und der Wurstsemmel-Banker

Für FPÖ-Politiker gehört es beinahe zum Alltag, beschimpft, bedroht oder angepöbelt zu werden. Das Werfen mit Steinen, Dosen und Eiern ist Teil des Standardrepertoires antifaschistischer Straßenkämpfer. Zur Not wirft man allerdings auch mit Wurstsemmeln, wenn gerade nichts anderes zur Hand ist.

Laura Rudas

Laura Rudas

Party-Girl Laura Rudas soll sich mit Pöbel-Banker bestens unterhalten haben.
Sugarmelon.com/ flickr (CC BY-SA 2.0)

„friends for friends“ hieß die vorweihnachtliche Clubbing-Veranstaltung in Wien Favoriten, die der freiheitliche Bundesparteiobmann HC Strache in der Nacht auf letzten Sonntag besuchte, um sich dort einige Stunden unbeschwerten Vergnügens zu gönnen. Wie zahlreiche Medien bereits berichteten, fand das Vergnügen jedoch ein jähes Ende, als ein Gast sich bemüßigt fühlte, seine politische Meinung mit dem Werfen einer Wurstsemmel in Richtung Strache kund zu tun. Es soll sich dabei um einen 40-jährigen Banker handeln, einst für die renommierte Investmenbank Goldman Sachs tätig, heute im Umfeld des Industriellen Hans Peter Haselsteiner im Immobiliengeschäft. Für den Aggressor endete der Abend, wie bekannt, mit einem blauen Auge, das ihm ein Leibwächter Straches verpasst haben soll.

Klassische Täter-Opfer-Umkehr in den Medien

Viel war daraufhin zu lesen. Der Kurier schlagzeilte:"Prügel-Affäre um FPÖ-Chef Strache" Strache wäre nicht eingeladen gewesen, ließ die Tageszeitung Österreich wissen. Das Gratis-Blatt Heute schrieb gar von "Prügelopfer" und "schweren Gesichtsverletzungen." Das Geld für die Regierungsinserate muss verdient werden und da bietet sich der freiheitliche Bundesparteiobmann als Negativ-Schlagzeilenlieferant natürlich an. Was in Wirklichkeit geschehen ist, werden wohl die Gerichte zu klären haben.

Rudas mit Eintrittsschwierigkeiten

Wie Unzensuriert.at zugetragen wurde, war Strache jedenfalls nicht der einzige prominente Politiker, der an diesem Abend anwesend war. Auch Laura Rudas, ihres Zeichens Bundesgeschäftsführerin der SPÖ, soll sich unter das Partyvolk gemischt haben. Laut Zeugen traf sie in der Location in Begleitung von Niko Pelinka, Organisator der roten "Freundeskreises im ORF-Stiftungsrat und Sohn von NEWS-Chefredakteur Peter Pelinka, ein und begehrte Einlass in den VIP-Bereich. Im Gegensatz zu Strache zählte sie allerdings nicht zu den geladenen Gästen und stand so zunächst auf verlorenem Posten. Auch ein "Wissen sie nicht, wer ich bin?" soll den Türsteher zunächst unbeeindruckt gelassen haben. Erst ein SPÖ-Parteifreund ermöglichte ihr den Zutritt. Einmal dort, soll sie sich glänzend mit dem Pöbel-Banker unterhalten haben. Man kannte einander offensichtlich.

Seit der Ära Vranitzky hat der Sozialismus im Nadelstreif in der Partei bekannter Weise eine Heimat gefunden. Damit wird auch verständlich, weshalb Vater Pelinka sich berufen fühlt, im angeblichen SPÖ-Parteiblatt Heute den Pöbel-Banker als Opfer darzustellen, war dieser an besagtem Abend doch in bester roter und auch familiärer Gesellschaft. 

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