Deutsche Religionsstudie mit traurigem Ergebnis

BildEine Umfrage des deutschen Magazins Focus zeigt, wie es um die christliche Religion in Deutschland bestellt ist. Die Trends sind deutlich: In allen Bereichen des Glaubens sinkt die Anteilnahme der deutschen Christen, auch deren Anzahl wird immer geringer. Nicht einmal der steigende Prozentsatz der Muslime ist Auslöser der schlechten Statistiken, auch in absoluten Zahlen ist die Entwicklung deutlich. Religionswissenschatler versuchen, die Entwicklungen zu begründen.

 

Bild

Das Weihnachtsfest wird im deutschen Sprachraum nicht verschwinden.
Foto: Gerbil / wikimedia / (CC BY-SA 3.0)

Während fast 90 Prozent der Deutschen daran glauben, dass Menschen eine Seele haben, bekennen sich nur 63 % zu Gott – am höchsten ist dieser Prozentsatz bei CDU/CSU-Wählern, am niedrigsten bei den Linken. Der Brauch des Tischgebets, des Dankes für das Essen, stirbt zunehmend aus: Waren es 1965 noch 29 %, die diesen Brauch bei jeder Mahlzeit pflegten, und 54 %, die es nie taten, sind es mittlerweile nur noch 6 % gegenüber nahezu drei Viertel aller Deutschen. "In einem gesättigten Alltagsleben mit unbegrenzten Angeboten wird es schwer, an Gott zu glauben", so Moraltheologe Peter Schallenberg.

DIe Hälfte der Deutschen liest nie in der Bibel, mehr als die Hälfte gehen zu Weihnachten nicht in die Kirche. Der Religionssoziologe Detlef Pollack sieht den Grund für das sinkende Interesse darin, dass die Kirche vom Standpunkt des Konsumenten gesehen wird – da kein "Angebot" geliefert wird, geht die Bevölkerung in eine passive Haltung über. Pollack sieht einen anhaltenden Abwärtstrend im Glauben, vermutet jedoch, dass sich das Christentum auf einem niedrigen Niveau stabilisieren wird, statt vollends zu verschwinden.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Copy link