Wirtschaftsexperten für Rückzug aus dem Euro

Pinsolle und GerardZwölf französische Wirtschaftsexperten haben heuer einen besonderen Weihnachtswunsch geäußert. In der Heiligabend-Ausgabe der linksliberalen Tageszeitung Le Monde veröffentlichten sie einen Aufruf „Für einen geordneten Rückzug aus dem Euro“. Die Unterzeichner erkennen die eigentliche Ursache der Euro-Krise im „unaufhaltsamen Anstieg der Auslandsverschuldung in der Hälfte der Länder der Euro-Zone“. Am stärksten davon betroffen sind die kriselnden Staaten wie Griechenland, Portugal und Spanien, aber auch Italien und Frankreich, während besonders Deutschland, aber auch die Benelux-Staaten in der Rolle der Netto-Gläubiger sind.

Pinsolle und Gerard

Pinsolle und Gerard

Zwei der Unterzeichner des Aufrufs sind die in der neo-gaullistischen
Partei "Debout La République" (Hoch die Republik!) engagierten
Wirtschaftsexperten Laurent Pinsolle (links) und Jean-Pierre Gérard.
Fotos: Marie-Lan Nguyen / Wikimedia (CC BY 2.5)

Unter diesen Bedingungen kann die Hartnäckigkeit der Regierenden, mit der sie den Gewaltmarsch in die Sackgasse des Euro vorantreiben, nur zu einer allgemeinen Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation in Europa führen. Auch wenn unsere Konkurrenten in USA und China ein Interesse am Überleben der europäischen Einheitswährung haben sollten, so ist diese doch früher oder später zum Scheitern verurteilt, indem sie unkontrolliert auseinanderbirst“, schreiben die Wirtschaftsexperten und schlagen einen Sechs-Punkte-Plan für einen Rückzug aus dem Euro an. Dieser umfasst folgende Maßnahmen:

  1. Die nationalen Währungen in den einzelnen Ländern der Zone werden wiederhergestellt.
  2. Zum Zeitpunkt der Abschaffung des Euro werden die Wechselkurse der neuen nationalen Währungen untereinander im gegenseitigen Einvernehmen festgelegt, um normale Wechselbedingungen zu schaffen.
  3. Zum Zeitpunkt der Abschaffung des Euro bleiben in jedem Land die Preise von Waren und Dienstleistungen sowie die Werte der Aktiva und Bankkonten unverändert.
  4. Alle Regierungen erklären für einen begrenzten Zeitraum eine Banksperre, um auf diese Weise Devisenkontrollen zu vermeiden. Die vorübergehende Banksperre dient dem Zweck der Feststellung, welche Banken rentabel sind und welche Stützung durch die Zentralbank benötigen. Die Börsennotation wird während dieses Zeitraums ausgesetzt.
  5. Die nominalen Wechselkurse der nationalen Währungen bleiben während dieses Zeitraums auf Basis der im gegenseitigen Einvernehmen festgelegten Paritäten fix. Danach werden sie nach dem Kräftespiel des Marktes floaten.
  6. Diese Operation würde dadurch erleichtert, wenn vor der Abschaffung des Euro seine Wechselkurs gegenüber anderen Währungen deutlich abgewertet würde.

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