Heute: Stadt Wien wirbt für Schnee, den es nicht gibt

Winterlandschaft Wie lange lassen sich die Wiener Steuerzahler das noch gefallen? Die Gratis-Postille Heute wird von der rot-grünen Stadtregierung regelmäßig mit gewaltigen Inseratenstrecken zugepflastert. Bezahlen müssen diese Hunderttausenden Euro die Wienerinnen und Wiener, die dann – wie in der Ausgabe vom 30. Dezember – ein  tief verschneites „Winterwonderland Wien“ präsentiert bekommen, obwohl weit und breit keine weiße Pracht zu entdecken ist.

Winterlandschaft

Winterlandschaft

Die Stadt Wien bewirbt das "Winterwonderland". Ohne Schnee,
dafür aber mit teuren Inseratenschaltungen.
Foto: weisserstier / flickr (CC BY 2.0)

Völlig egal. Schon lange hat man den Eindruck, dass es bei diesen Inseratenstrecken überhaupt nicht um Inhalte, sondern rein um eine Sponsortätigkeit für Heute geht. Texte wie „Draußen ist es kalt und grau – das ist aber noch lange kein Grund, sich in den eigenen vier Wänden zu verkriechen“ untermauern diese Vermutung zusätzlich. Bis dato sind die Besitzverhältnisse von Heute nicht offengelegt. Die Information, dass die SPÖ hinter einem Treuhand-Geflecht steckt, wird in Branchenkreisen immer wieder bestätigt, wenngleich der letzte Beweis dafür fehlt. Stimmt diese Annahme, könnte es sich bei den Inseratenschaltungen in Heute sogar um eine versteckte Parteifinanzierung handeln. Mehr Licht ins Dunkel könnte das neue Medientransparenzgesetz bringen. Es sieht unter anderem vor, dass Zeitungen, die Inserate von öffentlichen Stellen bekommen, ihre Besitzverhältnisse nicht hinter wilden Firmen-Konstrukten verstecken dürfen. Auch der Meinungskauf soll erschwert werden.

Kein Lametta wäre netter, sagt die MA48

In der Ausgabe vom 30. Dezember bekommen die Leser den Eindruck, dass das Geld abgeschafft ist. Neben den sieben Seiten „bezahlte Anzeigen“ über den Winter in Wien informieren die Wiener Stadtwerke auf einer ganzen Seite mit einem Bild, auf dem zwei Männer auf einem Strommasten zu sehen sind, und dem Satz: „Du bist gut – du gehörst zu uns!“ Den Kunden der Stadtwerke würde es nicht schlechter gehen, hätten sie diese Nachricht nicht gelesen. Etwas einfallsreicher präsentiert sich die MA48. Für den Spruch „Kein Lametta! Wäre netter.“ und der Nummer fürs Misttelefon ist eine ganze Seite aber wahrscheinlich Platzvergeudung. Bemerkenswert, dass der ORF, der die Gebühren erhöhte, sein Geld für zwei halbe Seiten und eine achtel Seite, unter anderem für die Botschaft, dass im ORF die Vierschanzentournee zu sehen ist, hinausschmeißt. Vielleicht schon ein Freundschaftsdienst gegenüber dem designierten Polit-Kommissar und Wrabetz-Büroleiter Niko Pelinka, seines Zeichens Sohn des regelmäßigen Heute-Kolumnisten Peter Pelinka.

Wenn man die Werbestrecken, die die Stadt Wien im Laufe des Jahres 2011 in der Gratiszeitung Heute inserierte, zusammenzählt, kommt man auf eine ganz schöne Summe, die der Presse und Informationsdienst der Stadt Wien (PID) dafür ausgeben musste. Es sind Millionenbeträge, um die es dabei geht und die in anderen wichtigen Bereichen fehlen. So ist es auch zu erklären, warum die Stadt Wien entgegen der Meinung des Rechnungshofes die Gebühren beispielsweise fürs Wasser oder für die Müllabfuhr so drastisch erhöhte. Für die eigene Klientel ist immer Geld da – wenns nicht ausreicht, lassen sich Bürgermeister Michael Häupl und Finanzstadträtin Renate Brauner einfach wieder eine Teuerung einfallen. So lange es sich die Bürger gefallen lassen.

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