Laura Rudas verschaukelt die Österreicher

RudasDie Peinlichkeiten im ORF nehmen kein Ende. Beim Neujahrsspringen von Garmisch-Partenkirchen glaubten die Zuseher ihren Ohren nicht, als Moderator Boris Kastner-Jirka einen Beitrag über die „Fanin“ (sollte wohl die weibliche Form von Fan sein) ankündigte, Minuten später war bei der Siegerehrung die Kamera stur auf den Mund des Gewinners Gregor Schlierenzauer gerichtet, um dokumentarisch festhalten zu können, wenn der Sprungstar beim Singen der Bundeshymne neben den „Söhnen“ auch die „Töchter“ trällert.

Rudas

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Laura Rudas behauptet, dass die SPÖ bei der Besetzung der
Spitzenposten im ORF keinen Einfluss nehme.
Foto: SPÖ Presse und Kommunikation / flickr (CC BY-ND 2.0)

Leider gelang dies nicht. Schlierenzauer machte die Augen zu und den Mund nicht auf. Er entzog sich damit dem Vorwurf, als Vorbild der Nation nicht politisch korrekt gehandelt zu haben. Denn seit 1. Jänner 2012 müssen laut Gesetz in der Hymne auch die Töchter besungen werden. Das ganze Kasperltheater des ORF bei der Vierschanzentournee zeigt nur einmal mehr, wie die Redaktionen im Staatsfernsehen mit rot-grüner Ideologie durchsetzt sind. Eine, die das nicht zugeben möchte und in einem Interview in der Presse sogar behauptet, nichts mit der Bestellung von Niko Pelinka als Bürochef von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz zu tun gehabt zu haben, ist die Bundesgeschäftsführerin der SPÖ, Laura Rudas.

 

Klassisches Protektionskind der Roten

Die Parteipolitik geht aber selbst den Mitarbeitern am Küniglberg zu weit. Der Redaktionsrat, eigentlich ideologisch eher links grundiert, hat zum Widerstand gegen die offensichtlich „getürkte“ Personalentscheidung in Sachen Büroleiter aufgerufen. Der erst 25-jährige Sohn des regelmäßigen Heute-Kolumnisten Peter Pelinka gilt als klassisches Protektionskind innerhalb der SPÖ. Er machte Jobs für Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ), bekam eine Aufgabe bei den Bundesbahnen zugedacht, wurde Leiter des SPÖ-Freundeskreises im ORF-Stiftungsrat. Jetzt wurde Niko Pelinka, völlig gesetzwidrig weil ohne Ausschreibung, zum Büroleiter von Alexander Wrabetz bestellt. Dass die Ausschreibung des Postens erst nach Bekanntgabe der Besetzung erfolgte, macht die Sache nur noch peinlicher und gibt Kritikern recht, dass es sich hier um die Entsendung eines Politkommissars der SPÖ in den öffentlich-rechtlichen Sender handelt.

Ganz Österreich sieht die Unabhängigkeit des ORF gefährdet, selbst die SPÖ-Landeshauptfrau von Salzburg, Gabi Burgstaller, übt daran Kritik, doch die Chefin der SPÖ-Zentrale in der Löwelstraße, Laura Rudas kann keine schiefe Optik erkennen. „Die Parteien haben keinen Einfluss auf die Journalisten und deren Berichterstattung. Das sieht man ja“, sagt die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin in der Presse. Ihre Glaubwürdigkeit ist allerdings auf dem Tiefpunkt. Denn nur wenige Wochen ist es her, dass ausgerechnet die Redaktion der SPÖ-nahen Zeitung Heute aufdeckte, dass aus der SPÖ-Zentrale gefälschte Jubel-Leserbriefe für Kanzler Werner Faymann an die Redaktionen geschickt wurden. Damit war auch die Karriere des Heute-Chefredakteurs zu Ende. Rudas meinte damals, dass sie von diesen "gefälschten Mails" nichts gewusst hätte. Aber sie sagt ja auch, dass „die Parteien keinen Einfluss auf Journalisten und deren Berichterstattung im ORF haben“.

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