Uni-Rektoren: Diese Gagen versteht keiner mehr!

Uni Wien Die Uni-Rektoren verdienen fast so viel wie Minister. Spitzenverdiener sind laut Tageszeitung Heute der Rektor der Uni Linz, Richard Hagelauer und seine Stellvertreter, die je 215.351 Euro im Jahr abcashen sollen. Noch mehr wird an der Wiener Wirtschaftsuni und an der Universität für Musik und Darstellende Kunst bezahlt. Die hohen Gagen der Rektoren überraschen angesichts der Budgetnot. Gespart wird auch hier bei den Schwächsten.

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Die Uni-Chefs gönnen sich hohe Gagen, trotz Budgetnot.
Foto: aj82 / flickr (CC BY-SA 2.0)

Denn während Studenten bei Vorlesungen auf dem Boden sitzen müssen und Professoren wegen Geldmangels gekündigt werden, explodieren die Gehälter der Rektoren. Den höchsten Gehaltszuwachs gab es an der Uni Innsbruck: Jeder der fünf Rektoren erhielt im Vorjahr 165.526 Euro. Das heißt, dass man für die Chefetage der zweitgrößten Hochschule Österreichs drei Mal mehr ausgab als noch im Jahr 2004.

Diese unverschämten Gehälter kamen zutage, nachdem der Obmann des parlamentarischen Wissenschaftsausschusses, Martin Graf (FPÖ), eine Anfrage an Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) stellte. Die Gehaltsstruktur überraschte auch Graf: „Die Rektoren lassen sich bezahlen wie Top-Manager, bringen aber kaum eine Managementleistung. Alles, was sie können, ist nach Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen rufen.“ Schockierend sei die Entwicklung der Ausgaben in den Rektoraten. Eine Verdoppelung oder gar Verdreifachung in sechs Jahren sei völlig undiskutabel. Es entstehe der Eindruck, die Unis nützten die Autonomie in erster Linie dazu, hohe Kosten zu produzieren und zu verschleiern.

Schlag ins Gesicht der Studenten

Laut Presse werden die Arbeitsverträge der Rektoren seit 2004 nicht mehr vom Ministerium vergeben, sondern zwischen Rektor und Universitäts-Rat vor Ort verhandelt. Das Einkommen hat seither nichts mehr mit der Größe der Hochschule zu tun, sondern mit Verhandlungsgeschick. Für Graf sind die nun bekannt gewordenen Summen ein weiterer Beweis dafür, dass es an vielen Unis in der Verwaltung kranken würde, wo immer mehr Geld pro Student ausgegeben werde.  „Die enormen Beträge, die hier ausgegeben werden, sind ein Schlag ins Gesicht des wissenschaftlichen Personals, dessen Beschäftigungsverhältnisse immer unsicherer und schlechter bezahlt werden, und ein Schlag ins Gesicht der Studenten, die für die schlechten Studienbedingungen auch noch zur Kasse gebeten werden sollen“, sagt Graf.

Heinrich Schmidinger, Vorsitzender der Rektorenkonferenz und Rektor der Universität Salzburg, wies die Kritik zurück und meinte, die Rektoren würden jeden Vergleich mit der Wirtschaft auch hinsichtlich der Managementkompetenzen bestehen. Dass er mit 8500 Euro netto 14 mal jährlich ein "gutes Gehalt" habe, räumte aber auch Schmidinger ein.

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