Hackerangriff auf die Pressefreiheit

AnonymousDie Hackertruppe Anonymous hat eine Reihe von Daten aus der rechtsextremen Szene ins Internet gestellt. Neben Kundendaten von Versandhäusern und Spendern der NPD findet sich darunter auch eine Liste von Autoren der konservativen Wochenzeitung Junge Freiheit. Chefredakteur Dieter Stein spricht von einem Angriff auf die Pressefreiheit. Bei zahlreichen Autoren gehen Drohanrufe ein. Der Deutsche Journalistenverband sieht jedoch keinen Handlungsbedarf.

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Anonymous veröffentlichte die persönlichen Daten von JF-Autoren.
Foto: gaelx / flickr (CC BY-SA 2.0)

Die Medienszene alteriert sich derzeit über die Anrufe des deutschen Bundespräsidenten Wulff in eigener Sache, in denen dieser unter anderem den Bild-Chefredakteur Kai Diekmann davon abbringen wollte, Enthüllungen über seine Person zu publizieren. Eine Praxis, die in Österreich Gang und Gäbe ist und aktuell noch bei Weitem übertroffen wird durch den Versuch, im ORF einen roten Polit-Kommissar zu installieren. Gleichzeitig finden dieselben Journalisten nichts dabei, wenn ihre Kollegen von der JF im Internet an den Nazi-Pranger gestellt werden.

„Auch Autoren dieser Zeitung haben in den letzten Tagen Anrufe erhalten. Am anderen Ende der Leitung war jedoch nicht das Schloss Bellevue, sondern anonyme Linksextremisten, die die Angerufenen als ‚Faschoschweine‘ und NPD-Sympathisanten beschimpften und körperliche Gewalt androhten“, beschreibt Dieter Stein die Reaktionen auf die Veröffentlichung der Liste, in der übrigens nicht nur die persönlichen Daten von Autoren, sondern auch von Interviewpartnern oder Personen, die in gar keiner Beziehung zur Zeitung stehen, enthalten sind.

"Wir kriegen Euch alle!"

Durch die neuerliche Veröffentlichung – bereits im Juli 2011 hatte die linksextreme Plattform Indymedia die Liste publiziert – kommt es zu weiteren Drohungen gegen Autoren der Zeitung. Indymedia hatte die Veröffentlichung damals mit dem Satz „Wir kriegen Euch alle!“ kommentiert, der mittlerweile bereits auf die Mauern zweier Häuser gesprüht wurde, in denen JF-Autoren wohnen. „Das Ganze erinnert eigentlich eher an gespenstische Vorgänge wie in China oder Russland, wo die Vogelfreiheit zur Tagesordnung gehört“, so Dieter Stein.

Trotz dieses offensichtlichen Anschlags auf die Pressefreiheit lehnt es der Deutsche Journalistenverband ab, gegen die illegalen Methoden Stellung zu beziehen und die Aktion zu verurteilen. Man sehe „keinen Handlungsbedarf“, ließ man der Jungen Freiheit wissen.

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