Riad, Sarajewo, Wien – ein wahhabitisches Dreieck

Fahd-MoscheeDas wahhabitische Regime in Saudi-Arabien engagiert sich sehr stark im Nachkriegsbosnien, auch von Wien aus. Heute meldete die serbische Zeitung Vesti im Internet unter Berufung auf das liberal-muslimische Blatt Slobodne Bosne, dass die Wahhabiten in Bosnien bereits ein drittes Dorf gekauft haben. Das Geld dafür soll – wenig überraschend – aus Wien kommen.

Fahd-Moschee

Fahd-Moschee

Die König-Fahd-Moschee in Sarajevo ist eines der Zentren der
radikalen Wahhabiten in Bosnien.
Foto: Aktron / WIkimedia (CC BY 3.0)

Die Wahhabiten legen den Koran besonders streng aus. Sie repräsentieren nur 1 % der Muslime weltweit. Sie haben aber das Glück, mit Saudi-Arabien über einen (erdöl-)reichen Staat zu verfügen. Die kriegsbedingte religiöse Radikalisierung am Balkan machten sie sich sogleich zunutze. Sie bauen hurtig Moscheen, manchmal so groß, dass sie sogar von den Muslimen als befremdlich empfunden werden (so wie die König-Fahd-Moschee in Sarajewo) und unterstützen seit Kriegsende hängengebliebene Mudschaheddin aus allen Ländern. Selbst der konservative und die Scharia befürwortende Großmufti von Bosnien-Herzegowina Mustafa Cerić warnte wiederholt vor den Wahhabiten in seinem Land.

Als Basis für die Agitation in Bosnien dient den Wahhabiten Wien. Das weiß man nicht erst seit die bosnischen Verfassungsschützer ihren Wiener Kollegen mitteilen, dass bei überregionalen Wahhabiten-Treffen auffallend viele Personen in österreichischen Fahrzeugen mit einem „W“ anreisen. In Wien, wo Saudi-Arabien derzeit mit Unterstützung des offiziellen Österreich das „König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog“ einrichtet, werden Balkan-Wahhabiten seit Jahren immer wieder auffällig. Im Jahre 2006 wurde einer von ihnen mit Terrorplänen gefasst, 2007 versuchte sich einer mit Sprengstoff in die US-Botschaft zu schmuggeln. Auch der bosnische Wahhabit Mevlid Jašarević, der am 28. Oktober 2011 die US-Botschaft in Sarajewo beschoss und einen Polizisten verletzte, hatte seinen Wien-Konnex: Er überfiel 2005 eine Bank am Alsergrund. Nach seiner Festnahme und Verurteilung wurde er 2008 abgeschoben und mit einem zehnjährigen Aufenthaltsverbot belegt.

Dörfer werden zu Scharia-Zonen erklärt

In Bosnien nahmen die Wahhabiten schon vor längerem zwei Dörfer in Beschlag, nämlich Bočinja und Gornja Maoča, und führten in ihnen die Scharia ein. Von dort operieren sie auch im Sandschak, der südserbischen Raška, die einen hohen muslimischen Bevölkerungsanteil aufweist und das Bindeglied zwischen Bosnien und dem Kosovo ist. Nun haben die Wahhabiten mit Gornja Dubnica im serbischen Landesteil Bosniens ein drittes Dorf gekauft, in dem die „wahre Scharia“ gelebt und ein Zentrum für die Wahhabiten aus der Raška, dem Kosovo und Mazedonien entstehen soll. Laut einer Journalistin der Slobodne Bosne wurde das Geschäft von zwei Schlüsselfiguren der Wiener Wahhabiten-Gemeinde abgewickelt.

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