Finanzskandal um AIDS-Stiftung von Carla Bruni-Sarkozy

BildDas französische Wochenmagazin Marianne veröffentlicht in seiner aktuellen Ausgabe einen Bericht, der viel Aufsehen erregen dürfte. Darin wird eine Stiftung durchleuchtet, die von der französischen First Lady Carla Bruni-Sarkozy 2009 gegründet wurde und von der es hieß, dass sie sich dem Kampf gegen AIDS widme. Bruni-Sarkozy war sogar auf Empfehlung des Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS sowie der Organisationen UNAIDS und UNICEF zur Botschafterin der Vereinten Nationen ernannt worden.

Carla Bruni

Carla Bruni

Carla Brunis AIDS-Stiftung könnte zu einer
erheblichen Belastung für ihren Ehemann vor
den Präsidentenwahlen werden.
Foto: White House (Pete Souza) / Wikimedia

Während die Stiftung schon öfters wegen undurchsichtiger Arbeitsweise und mangelnder Aktivität aufgefallen war, scheint Carla Bruni durch sie in den Mittelpunkt eines internationalen Finanzskandals geschlittert zu sein. Laut Marianne seien "3,5 Millionen Dollar vom Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS am Rande der Legalität und ohne jede Ausschreibung auf Aufforderung der First Lady an mehrere Firmen ihrer Freunde überwiesen worden."

Ein Freund erhielt Aufträge

Hauptnutznießer dieser Summe soll der Musiker und Unternehmer Julien Civange gewesen sein, dessen Firmen öfters bei der Vergabe von Aufträgen zum Zug gekommen seien. Marianne-Journalist Frederic Martel enthüllt, dass die Beziehungen zwischen Civange und Carla Bruni-Sarkozy sehr eng sein dürften. "Julien Civange ist sowohl der wichtigste Berater von Carla Bruni-Sarkozy, er scheint offiziell mit einer Tätigkeit bei ihrer Stiftung auf und hat ein Büro im Elysee-Palast (mit dem Marianne Kontakt hatte und auch von seiner Sekretärin angerufen wurde). Er war Trauzeuge bei der Hochzeit von Carla Bruni-Sarkozy", so das Magazin.

Civange besaß mehrere Unternehmen, die mit der Stiftung Carla Bruni-Sarkozy in Geschäftsverbindung standen, insbesondere in den Bereichen Kommunikation und Web-Design. Auf die Frage von Martel erklärte Michel Kazatchkine, der Generaldirektor des Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS und selber ein renommierter Arzt, dass Carla Bruni ihm persönlich gesagt hätte, "sie habe volles Vertrauen in Julien Civange, dem sie die Betreuung der AIDS-Agenden delegiert hätte."

Ungereimtheiten haben Konsequenzen

Die Vergaben von Aufträgen sollen bei mehreren Institutionen auf höchster Ebene Auswirkungen gezeigt haben. Die Abberufung des französischen Botschafters in Ghana soll damit ebenso in Verbindung stehen wie die Demission des Generaldirektors des Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Michel Kazatchkine, auf Antrag von US-Außenministerin Hillary Clinton. Dessen Abschied soll erst nach dem 20. Mai 2012 wirksam werden, also nach der zweiten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen. Laut Marianne-Journalist Martel hätte Nicolas Sarkozy persönlich in diesem Sinne auf höchstem Niveau in Washington interveniert.

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