Die Krokodilstränen des Niko Pelinka zur eigenen ORF-Karriere

Niko PelinkaNachdem mit Ausnahme des engsten politischen Vertrautenkreises um Bundeskanzler Faymann und SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Rudas nahezu die gesamte Republik die Nase über den starken politischen Stallgeruch des eingeleiteten Karrieresprungs von Niko Pelinka rümpft, vergießt dieser nun selbst Krokodilstränen. Bereits am vergangenen Donnerstag war der rote Publizistikprofessor Fritz Hausjell in NEWS und Wiener Zeitung ausgerückt, um für den kleinen Niko im wahrsten Sinne des Wortes Partei zu ergreifen.

Sonntags-Krone veröffentlicht weinerliches Interview 

Niko Pelinka

Niko Pelinka

"Mit Laura Rudas habe ich in dieser Angelegenheit ganz bewusst wenig
gesprochen, weil das keine Debatte der Politik ist, sondern eine ganz
persönliche", sagt Niko Pelinka im Krone-Interview.
Foto: Werner Faymann / flickr (CC BY-ND 2.0)

Nunmehr bot die Sonntags-Krone vom 8. Jänner 2012 Niko Pelinka die Möglichkeit, sich und seine Situation zu erklären. Und er nutzte sie mit weinerlichem Ton. Der SPÖ-Fraktionsführer und Abgesandte von Faymann und Rudas im ORF-Stiftungsrat hisst die weiße Fahne, spricht von Überlegungen, die Bewerbung zurückzuziehen und sieht sich nicht als SPÖ-Parteisoldat im ORF.

In reichlich unbeholfener Dialektik versucht Pelinka, von sich uns seiner Person im Zusammenhang mit der laufenden Diskussion über die Unabhängigkeit des ORF abzulenken. Hier einige Zitate zu Bewerbung, eigener Karriere und der SPÖ als politischer Heimat:

Zum Thema Bewerbung um den ORF-Generaldirektionsbüroleiter:
„Das ist ein persönlicher Karriereschritt, der mit Politik überhaupt nichts zu tun hat und insofern muss man in aller Klarheit festhalten: Die Politik muss sich da auch raushalten.“

Zur nachträglichen Ausschreibung und der Fülle der Bewerbungen:
„Ob es 3.000 sind, wird sich kommende Woche weisen. Am Ende wird trotzdem der Generaldirektor zu entscheiden haben, wen er als seinen Büroleiter will.“

Zu seiner Bewerbung und der laufenden Diskussion:
„Ich habe dem Generaldirektor angeboten, meine Bewerbung zurückzuziehen für den Fall, dass er zu einer anderen Einschätzung kommen sollte und jemand anderen für diesen Job möchte. […] Er hat mich allerdings darum gebeten, meine Bewerbung aufrecht zu erhalten. Mein Angebot steht aber natürlich weiterhin.“

Zu seiner Funktion als SPÖ-Fraktionsführer im ORF-Stiftungsrat und Pressesprecher einer SPÖ-Unterrichtsministerin:
„Erstens muss mit der Mär aufgeräumt werden, dass ich SPÖ-Funktionär wäre, geschweige denn Politiker. Ich war in meinem Leben noch nie für eine Partei tätig, ich war noch nie auf einem politischen Mandat.“

Als Stiftungsrat von der ORF-Webseite getilgt

Besonders interessant ist derzeit die Webseite des ORF, wo lediglich 34 der 35 Stiftungsräte aufscheinen, und Niko Pelinka in peinlicher Art und Weise als Stiftungsrat „verschwiegen“ wird. Wie früher in der Sowjetunion und heute noch in Nordkorea wurde sein Name und Konterfei einfach aus der Riege der Stiftungsräte getilgt. Vorerst jedenfalls.

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