Buchtipp: Warum war ich bloß ein Mädchen?

"Brecht mit Gewalt den Rassehochmut der germanischen Frauen, nehmt sie als rechtmäßige Beute!" (Ilja Ehrenburg sowjetischer Propagandaschreiber)

Die Rote Armee überrollt 1945 die nur noch schwachen deutschen Verteidigungsstellungen und überflutet in einer noch nie dagewesenen Masse an Soldaten die deutschen Ostgebiete. Die Autorin Gabi Köpp beschreibt in diesem Buch die Befreiung, wie sie sie erlebte: nicht mit Fahnen schwenkenden, kleine Kinder streichelnden Rotarmisten, sondern als schreckliche Serie von Vergewaltigungen.

Warum war ich bloß ein Mädchen?Der Leser wird immer wieder in die brutale Realität der Kriegsführung durch die Rote Armee zurück geholt. Eine Kriegsführung, wo die Vergewaltigung und Tötung von Frauen kein "Versehen“ ist. Hier sei nur an die Aufrufe des sowjetischen Propagandaschreibers Ilja Ehrenburg erinnert.

Die Autorin schildert ihr persönliches wie auch das Martyrium der anderen Frauen´, welche in die Hand der Roten Armee gefallen sind – und da sie die jüngste und die schwächste der gefangenen Frauen ist, wird sie auch immer wieder von den anderen Leidensgenossinnen vorgeschoben, um so selbst einer Vergewaltigung zu entgehen. Auch beschreibt sie den langen Weg zurück in ein lebenswertes Leben und den späten Entschluss, ihre furchtbaren Erlebnisse in einer Therapie zu verarbeiten.

Dieses Buch greift ein heikles Thema auf, das lange Zeit totgeschwiegen wurde, aber dennoch im Bewusstsein der Kriegsgeneration verankert ist. "Der Spiegel" schreibt einen berührenden Artikel über das erschütternde Buch, kommt aber dabei nicht ohne den völlig deplatzierten Hinweis aus, das Martyrium der Autorin hätte seine Ursache in den Verbrechen der Deutschen.

Die Autorin wurde 1929 in Schneidemühl geboren, studierte nach ihrer Flucht in Hamburg Physik und war seit 1966 als Dozentin für Theoretische Physik an der Technischen Hochschule Aachen tätig. Heute lebt Gabi Köpp in Berlin.

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