ORF-Protest auch gegen Prantner und Ziegler

BildNikolaus Pelinka soll als Büroleiter von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz verhindert werden. Das ist das Ziel des Betriebsrats, der Redakteursrat und offenbar auch eines Großteils der angestellten und freiberuflichen Redakteure, die in großer Zahl gegen Pelinka unterschrieben haben. Doch diese Entscheidung ist nicht die einzige, die von den Redakteuren bekämpft wird. Bei den beiden anderen stimmt auch die politische Richtung wieder.

Thomas Prantner

Thomas Prantner

Von den ORF-Redakteuren ebenfalls angefeindet:
Der erfolgreiche Online-Chef Thomas Prantner.
Foto: APA / Thomas Preiss

Die ORF-Redakteure üben nämlich auch heftige Kritik an der Ernennung von Robert Ziegler zum Koordinator der neun Landesstudios, obwohl dieser als Moderator der Sendung „Niederösterreich heute“ einer von ihnen ist und in der Landesstudio-Arbeit langjährige Erfahrung vorweisen kann. Noch dazu kann eine Koordination der Landesstudios gewiss nicht schaden, sind sie doch enorme Kostenfaktoren im ORF. Robert Ziegler, Vater von acht Kindern, gilt als „Schwarzer“, saß als Betriebsratsvertreter im Stiftungsrat und schaffte nach Wrabetz‘ Wiederwahl aus dieser Position heraus ebenso wie der neue Technische Direktor Michael Götzhaber einen Karrieresprung. Für Götzhaber musste der bisherige Online-Direktor in der Hierarchie einen Schritt zurück. Thomas Prantner, Chef der mit Abstand erfolgreichsten ORF-Abteilung, darf sich nur noch stellvertretender Technischer Direktor nennen, behält aber die Online-Agenden.

Merkwürdigerweise richtet sich der Protest – abgesehen von Pelinka – auch gegen Ziegler und den ohnehin nur eingeschränkten Machterhalt von Prantner, der ebenfalls dem bürgerlichen Lager zugerechnet werden kann. In diesen Fällen folgen die Redakteurssprecher wohl eher ihrem Herz, im Fall Pelinka hingegen dem Hirn. Pelinka ist zwar – wie die meisten ORF-Journalisten – ein Linker, aber eine öffentliche Bedrohung für die von den Redakteuren behauptete, von vielen Zusehern ohnehin längst vermisste Unabhängigkeit des ORF. Ziegler und Prantner hingegen entstammen politisch dem falschen, nämlich dem nicht linken Lager und werden daher bekämpft. An der Bestellung des Technischen Direktors Götzhaber– jenes ORF-Stiftungsrates, der mit dem höchsten Posten belohnt wurde – wird seltsamerweise keine Kritik geübt, obwohl ausreichend personelle Alternativen vorhanden gewesen wären. Götzhaber war roter Zentralbetriebsrat.

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