WKR-Ball: Muzicant schlägt Grafs Einladung aus

Graf - MuzicantAn die Spitze der Proteste gegen den Wiener Korporationsball am 27. Jänner hat sich diesmal der Präsident der Israelitischen Kultusgemeine, Ariel Muzicant, gesetzt. Mit wütenden Worten geißelte er die Veranstaltung bereits vor Wochen in einer Pressekonferenz als „Zusammenkunft einer ganzen Schar von Holocaust-Leugnern, von Rechtsextremen, von Nazis, von Neonazis“. Auf der Seite der Befürworter steht in vorderster Reihe der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf (FPÖ), der nach der Ausladung des WKR-Balls ab 2013 durch die Hofburg-Betriebsgesellschaft von Vertretern einer „feigen Bourgeoisie“ gesprochen hatte, die dem extremistischen Druck von links nachgegeben hätten. In der ZiB 24 vom 19. Jänner kam es zum Aufeinandertreffen.

Graf – Muzicant

Graf - Muzicant

Ariel Muzicant (links) schlug im ZiB-24-Studio bei Lisa Gadenstätter die
Enladung Martin Grafs zum WKR-Ball in der Hofburg aus.
Foto: Screenshot tvthek.orf.at

Muzicant warf einmal mehr mit den Begriffen „Rechtsextremisten“ und „Nazis“ um sich, bewies jedoch historische Unkenntnis, indem er den Jagdflieger Walter Nowotny als „SS-Luftwaffenoffizier“ bezeichnete. Angesichts zahlreicher Vorwürfe lud Graf den IGK-Präsidenten am Ende der Diskussion ein, die Veranstaltung selbst zu besuchen und Gast in seiner Loge zu sein, was Muzicant jedoch kategorisch ausschlug: „Sicher nicht! […] Ich gehe Freitagabend sicher auf keinen Ball, aber das hat auch andere Gründe, aber auf diesen schon gar nicht.“

Graf nahm Muzicant in die Verantwortung, wenn es bei den Gegenveranstaltungen wie schon in vielen vergangenen Jahren zu Ausschreitungen, Körperverletzungen oder Sachbeschädigen kommen sollte: „Wir sind verantwortlich für diejenigen, die in der Hofburg sind und da können Sie sicher sein und das garantieren wir, dass das ordnungsgemäß und bestmöglich abläuft. Und Sie sind verantwortlich für die Demonstranten, die sie eingeladen haben und ich hoffe, Sie stellen sicher, dass es dort nicht zu Übergriffen kommt, nicht zu Sachbeschädigungen und zu Körperverletzungen […]. Daran werden wir sie messen.“ Ob die gewaltbereiten Horden, die ihr Kommen zu den Protesten gegen den WKR-Ball angekündigt haben, auf Muzicants Verantwortung als Veranstalter Rücksicht nehmen werden, wird sich weisen.

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