Der selbstverständliche slowenische Imperialismus

Außerhalb Kärntens versteht niemand die Sensibilität der deutschsprachigen Mehrheitsbevölkerung des südlichsten Bundeslandes beispielsweise in der Ortstafelfrage. Die slowenischsprachige Minderheit sei ein friedfertiges Völkchen, das nach wie vor von bösen „Nazis“ gemobbt werde. Die „Kärntner Urangst“ vor slowenischen Expansionsbestrebungen sei ein reines Hirngespinst und diesbezügliche Landkarten eine bösartige Erfindung. – Mitnichten.

Die Kärntner Slowenen verfügen über zwei bedeutende Interessensvertretungen. Da gibt es den KP-/SP-nahen „Zentralverband“ um den Altkommunisten Marjan Sturm, der sich in den letzten Jahren mit dem einst deutschnationalen KHD (Kärntner Heimatdienst) verbrüderte, und den VP-nahen „Rat“. Zu diesem gehört Rudi Vouk, der mittels Schnellfahrens durch einsprachig beschildertes Ortsgebiet den Verfassungsgerichtshof befasste, der in Überschreitung seiner Kompetenzen den Streit neu aufflammen ließ.

Der Rat kündigte diese Woche seine Selbstauflösung an, weil die Republik Slowenien seine Subventionen gekürzt hatte. Der Hintergrund: Unser südlicher Nachbar wird derzeit links regiert und das beileibe nicht friktionsfrei. Die konservative Opposition leitete nun sogar ein (chancenloses) Amtsenthebungsverfahren gegen den parteilosen, aber linksgerichteten Staatspräsidenten Danilo Türk ein, weil dieser im Dezember Tomaz Ertl einen Verdienstorden verliehen hat. Ertl war vor der Wende Innenminister Sloweniens und Chef der berüchtigten Geheimpolizei Udba im kommunistischen Jugoslawien gewesen. Ertl gilt auch als Drahtzieher eines Bombenanschlages auf das Stadtmuseum in Völkermarkt 1979 während des damaligen Ortstafelstreits.

In einem ist man sich in Slowenien, dessen 2-Cent-Münze der Kärntner Fürstenstein ziert, aber einig: Kärnten gehört zum „slowenischen Raum“. Dies wird jetzt sogar in einer österreichischen, von den Bundesländern Oberösterreich und Wien finanzierten Broschüre propagiert. In „Pro Civitate Austriae – Information zur Stadtgeschichtsforschung in Österreich“ stammt der erste Beitrag von Miha Kosi und lautet „Stadtgründung und Stadtwerdung – Probleme und Beispiele aus dem slowenischen Raum“. Obwohl deutsche Adelsgeschlechter und Bistümer als die Gründer der größeren Städte im heutigen Slowenien aufgelistet werden, kommt im Text das Wort „deutsch“ kein einziges Mal vor.

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Garniert wird das mit der Karte eines slowenischen „Geografski inštitut“, auf der neben Slowenien auch Friaul, Kärnten und die Südsteiermark zum slowenischen Raum gehören. Um die zweisprachige Benennung ausländischer Städte zu rechtfertigen, gibt es auch bei den slowenischen die alten deutschen Namen. Das Verräterische liegt aber im Detail: Bleiburg scheint ausschließlich als „Pliberk“ auf, ebenso wie „Drava“, „Glina“, „Krka“, „Labotnica“, „Zilja“ „Vrbsko jezero“, „Osojsko jezero“, „Belo jezero“, also: Drau, Glan, Gurk, Lavant, Gail, Wörther See, Ossiacher See, Weißensee.

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