Rotes Verkehrsministerium fördert ARBÖ und Kinderfreunde

BildDem Autofahrerklub ARBÖ geht unsere Serie über die Subventionen parteinaher Vereine durch Österreichs Ministerien nicht schnell genug. Gleich nachdem der Name ARBÖ in einem Artikel über Förderungen und Inserate aus dem Bundeskanzleramt aufgetaucht war, teilte uns die Pressesprecherin per Mail mit, dass es noch weitere Einschaltungen in der ARBÖ-Mitgliederzeitung gab, die mit Staatsgeld bezahlt wurden. Sie schreibt:

Ergänzend zu Ihrem Artikel vom 4.2.2012 möchten wir Ihnen mitteilen, dass der ARBÖ nicht "gesponsert" wurde, sondern das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) im Jahr 2009 eine Anzeigenserie im ARBÖ-Klubjournal "FREIE FAHRT" geschalten hat (siehe pdf im Attachment). Es handelte sich damals um eine allgemeine Verkehrssicherheitskampagne, bei der das BMVIT das ARBÖ-Klubjournal (wie übrigens auch das ÖAMTC-Klubjournal "auto touring" mit ähnlichen Sujets) aufgrund des Zielpublikums als Anzeigenpartner ausgewählt hat.

ARBÖ-Inserat

ARBÖ-Inserat

Inserat des BMVIT in der ARBÖ-Mitgliederzeitung,
selbstverständlich mit Konterfei der Ministerin.
Bild: FREIE FAHRT 08/2009

Gemach, Gemach! Wir hatten nicht vor, die Inserate aus dem BMVIT der interessierten Öffentlichkeit vorzuenthalten, im vorigen Artikel war jedoch zunächst einmal von den Inseraten aus dem Bundeskanzleramt die Rede. Nun zu den Ergebnissen aus dem Verkehrsministerium

Der ARBÖ erhielt unter Doris Bures für die von der ARBÖ-Pressesprecherin erwähnte Verkehrssicherheitskampagnen im Jahr 2009 einmal 24.998,40 Euro und einmal 14.817,60 Euro. Doch schon im Jahr davor floss einiges in Einschaltungen in der ARBÖ-Zeitung: 39.312 Euro für das mittlerweile wieder abgeschaffte "Licht auch am Tag" sowie 15.120 Euro für "Tempolimit einhalten". Und es gab auch Unterstützung abseits der Zeitungswerbung:  Fahrsicherheitstrainings wurden in den Jahren 2008 bis 2011 in einem Gesamtausmaß von 4.100 Euro gefördert.

Ob auch der ÖAMTC, wie von der ARBÖ-Pressesprecherin behauptet, in den Genuss von Inseraten kam, geht aus der Anfragebeantwortung nicht hervor, weil er vom Anfragesteller nicht als parteinahe Organisation klassifiziert worden war.

Inserate auch für die Kinderfreunde

Die Kinderfreunde der SPÖ bekamen aus dem Verkehrsministerium Mittel für den Forschungscheck bei einem Waldprojekt (1.000 Euro) sowie Inseratenaufträge an diverse Vereinszeitungen – neben der gesamtösterreichischen auch an die der Kindefreunde Mühlviertel – zum Thema "Fahrradhelm für Kinder" (gesamt 16.500 Euro).

Weitere Berichte über rot-schwarze Subventionen:

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