Enkelin eines Nazi-Opfers von „Antifaschisten“ attackiert

AnonymousDie Unzensuriert-Redaktion erreichen aktuell Dutzende Berichte von Besuchern des WKR-Balls, die in einer für sie bisher unbekannten Dimension bedroht, eingeschüchtert oder gar gewalttätig attackiert wurden. Wir werden diese Berichte anonymisiert veröffentlichen. Viele Menschen wollen ihre Namen nicht preisgeben, weil sie Angst haben von den linksextremen Gewalttätern, die vielen Besuchern gegenüber Morddrohungen ausgestoßen haben, weiter verfolgt zu werden. Wir beginnen mit einem besonders berührenden Bericht einer jungen Studentin, der uns heute erreicht hat.

Vorfahren mussten Österreich als Juden verlassen

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Demonstranten mit Anonymous-Masken bedrohten die Gruppe
der Berliner Studentin: "Vermummungsverbot gilt offenbar nicht."

Ich bin eine 23-Jährige Studentin aus Berlin und habe auf Einladung meines Freundes gemeinsam mit meiner 17-Jährigen Schwester am vergangenen Freitag am WKR-Ball in der Wiener Hofburg teilgenommen. Wir lieben Wien seit vielen Jahren – vor allem für die Gastfreundschaft, die wir in der österreichischen Hauptstadt früher erfahren durften. Wir schätzen die großartige Kultur Ihres Landes, besonders die einzigartige Balltradition. Wir haben auch eine familiäre Bindung an Wien, weil unsere Vorfahren vor langer Zeit hier zuhause waren, bis sie als Juden unter Kaiser Leopold das Land verlassen mussten und im preußischen Brandenburg Asyl fanden. Nicht zuletzt mit diesem Hintergrund verfolge ich die Diskussion um diese Veranstaltung und den angeblich von Herrn Strache geäußerten Vergleich der öffentlich angefeindeten Waffenstudenten mit den Juden im Dritten Reich durchaus kritisch.

Als Enkeltochter eines unbescholtenen Bürgers, der wegen seiner jüdischen Abstammung von den Nazis in ein Zwangsarbeitslager verbracht und nach dem Krieg offiziell zu einem rassisch verfolgten Opfer des Nationalsozialismus (Opfer-Ausweisnummer 15825) erklärt wurde, bin ich diesbezüglich in hohem Maße sensibilisiert. Und meine, dass jeder Vergleich heutiger Ereignisse mit den Vorgängen im Dritten Reich unangebracht ist. Allerdings stellt sich die Frage wieso Herr Strache so in der Kritik steht, fällt doch den WKR-Ball-Gegnern und anderen links motivierten Agitatoren seit Wochen auch nichts anderes ein, als diese umgekehrt mit den Nazis gleichzusetzen. Leider bemühten diesen geschichtsfernen und die Opfer verhöhnenden Vergleich auch Vertreter der jüdischen Gemeinde wie Herr Dr. Ariel Muzicant, der es eigentlich besser wissen müsste und wo ich mich fragen muss, welche Ziele er eigentlich verfolgt.

Als wir am Abend des Balls in der Wiener Innenstadt ankamen, bot sich uns ein verheerendes Bild. Wir wurden von aggressiven Demonstranten angespuckt, wie im Wahn hat man Damen die Ballkleider heruntergerissen, mein Freund wurde wie viele andere Korporierte tätlich angegriffen, indem ihm in den Rücken getreten wurde, es flogen Steine und Flaschen in unsere Richtung, ebenso wurde Pfefferspray auf uns versprüht. Überall diese bedrohlichen „Anonymous“-Masken, Vermummungsverbot gilt für Linke in Ihrem Land offenbar nicht. Einer der Angreifer rief mir zu, er würde „mich aufschlitzen“ wollen. Ich fühlte mich wie noch nie zuvor in meiner Sicherheit bedroht, in meiner Menschlichkeit verfolgt. Ich wundere mich zudem über die österreichische Presse, die diese Tatsachen unterschlägt und nach wie vor von einer „friedlichen Demonstration“ spricht.

Ich kenne die politische Situation in ihrem Land nicht so genau, ich kann nicht bewerten, wieso die Gegendemo zu einer friedlichen Tanzveranstaltung so eskalieren konnte. Ich weiß nur, dass Menschen, die sich „Gegen Faschismus“ auf die Fahne schreiben, gewalttätig und menschenverachtend auf andere Menschen, die sie nicht kennen, über deren Lebensumstände und Haltungen sie nichts wissen, vorgegangen sind. Verhetzt aufgrund von Klischees und Vorurteilen. Ich frage mich, welche Seite an diesem Abend der Definition des Faschismus näher gekommen ist.
Noch einmal: Vergleiche mit dem Nationalsozialismus sind aus meiner Sicht generell abzulehnen. Und dennoch konnte auch ich am vergangenen Freitag in Wien nicht anders als Herr Strache – ausgegrenzt, angefeindet und bespuckt meinte ich doch nachvollziehen zu können, wie sich mein Großvater vor 70 Jahren gefühlt haben mag.

Susanne G., Berlin

PS.: Angesichts der massiven Bedrohung bitte ich von der Veröffentlichung meines ganzen Nachnamens abzusehen.

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