Blinde Frau von Demonstranten beschimpft und attackiert

Schwarzer BlockDie Innenministerin spricht weiterhin nach der gewalttätigen Demonstration von Gegnern des WKR-Balls von bloß drei verletzten Ballbesuchern. Eine nicht näher genannte Quelle der Polizei räumte gegenüber dem Standard mittlerweile immerhin ein, dass weitere Anzeigen eingegangen seien. Wir haben gestern bereits die berührende Schilderung der Ereignisse aus der Sicht der Enkelin eines Nazi-Opfers veröffentlicht, die angesichts der Anfeindungen nachvollziehen konnte, wie sich ihr Großvater vor siebzig Jahren gefühlt haben muss. Der Eckart, die Monatszeitschrift der Österreichischen Landsmannschaft, hat im Internet weitere schockierende Berichte veröffentlicht – zum Beispiel den eines alten Mannes, der gemeinsam mit seiner blinden Frau der Gewalt der Linksextremisten ausgesetzt war.

Neuerlicher Ballbesuch nach 25 Jahren

Nachdem ich vor 25 Jahren den WKR-Ball besucht hatte, wollten ich und meine inzwischen erblindete Frau, noch einmal einen Wiener Traditionsball besuchen. Wir fuhren etwa eine Stunde vor Ballbeginn (21 Uhr) mit dem Taxi Richtung Hofburg. Der Taxifahrer äußerte, es gäbe Probleme wegen Demonstrationen, aber er hätte Anweisung bekommen, eine bestimmte Route zu nehmen, um zur Hofburg zu gelangen.

Schwarzer Block

Schwarzer Block

Eine Gruppe schwarz gekleideter Jugendlicher traktierte vor dem
WKR-Ball eine blinde Frau und ihren Ehemann.

In der Herrengasse war dann allerdings kein Weiterkommen mehr, wobei man noch nicht sah, was sich weiter vorne im Bereich der Hofburg abspielte. Wir stiegen aus, um zu Fuß weiter zur Hofburg zu gelangen. Beim Weitergehen – meine Frau tastete sich neben mir mit ihrem Blindenstock weiter – gerieten wir in eine lautstark lärmende Gruppe von überwiegend schwarz gekleideten jungen Leuten, die sich offensichtlich anschickten die Straße (Herrengasse) zu blockieren. Wir wurden nun sofort bedrängt mit Püffen und Stößen, wobei wir ständig mit übelsten Schimpfworten angebrüllt wurden, wie „Nazischwein“ und ähnliches. Wir gerieten nun in eine unerträgliche Bedrängnis und versuchten irgendwie durch- und weiterzukommen, wobei meine Frau von mir abgedrängt wurde. Ich versuchte ihr nun zu Hilfe zu eilen und machte die gewalttätigen jungen Leute laut schreiend darauf aufmerksam, dass sie doch diese blinde Frau in Ruhe lassen sollten. Dies half alles nichts. Sie wurde brutal gegen eine Wand gedrängt, schließlich konnte ich mich ihr irgendwie wieder nähern, wobei ich fast zu Boden gestoßen wurde. Die dadurch erfolgten Verletzungen (Hämatome) sind immer noch erkennbar!

Stöße und Schimpfworte gegen blinde Frau

Meine Frau geriet nun regelrecht in Panik, weil sie ja nichts sehen und erkennen konnte, woher die Püffe und Stöße kamen und ich auch kurzfristig nicht mehr in ihrer Nähe war. Mittlerweile war sie an eine Wand gestoßen worden und regelrecht eingekeilt worden, wobei ihr ständig übelste Schimpfworte (siehe oben) ins Ohr gebrüllt wurden. Irgendwie gelang es mir wieder in ihre Nähe zu kommen und sie aus der Einkeilung herauszureißen. Ich war nun selbst in äußerste Panik geraten und wies laut schreiend auf den Zustand meiner blinden Begleiterin hin, die am Zusammenbrechen war , wobei mir noch ein Wortfetzen einer Demonstrantin in Erinnerung ist, die sinngemäß äußerte, sie (meine behinderte Begleiterin) möge, wenn sie blind sei, zu Hause bleiben.

Wir waren nun, umgeben von einem ständig überlaut johlend und kreischend Schimpfworte skandierenden Pulk und von weiteren Püffen und Stößen begleitet, die am Weiterkommen hindern sollten, im vorderen Bereich des Demonstrationshaufens gelangt, wo sich deren Teilnehmer untergehakt hatten. In einem wahren Kraftakt der Verzweiflung gelang es mir irgendwie, meine hilflose Frau nachzerrend, in letzter Not diesen Hexenkessel zu durchbrechen.

Einsame Polizisten konnte nicht helfen

In einer Entfernung von 30 – 50 Metern sah ich dann auch eine Polizistin, und versuchte dorthin zu gelangen. Ich musste jedoch alsbald wegen einer Herzattacke stehen bleiben und mich auf meine Frau stützen, die sich selbst kaum noch halten konnte.

Das Ganze hat mehrere Minuten gedauert, die mir wie eine Ewigkeit erschienen.

Ich möchte mir hier einen Kommentar ersparen, denn die Tatsachen sprechen für sich.

Keine Anzeige, aber Appell an politische und mediale Hintermänner

Ich möchte auch nicht über diese verblendeten jungen Leute richten und rechten und ich habe auch keinen Strafantrag gestellt. Aus meiner jahrzehntelangen forensischen gerichtlichen Erfahrung weiß ich, dass diese jungen Leute einzeln gesehen zu einem solchen Verhalten gar nicht in der Lage sind. Aber in der Masse, aufgeheizt durch Parolen, Verleumdungen und aufhetzende Aufforderungen, sind sie dazu bereit.

Jene aber, die solche Demonstrationen veranlassen und unterstützen, sei es aus medialem oder politischem Interesse oder aus sonstigen Gründen, mögen sich überlegen, was sie damit anrichten. Unsere mühsam erworbene Demokratie muss nicht zerstört werden.

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