WKR-Ball-Besucher: „Das war Faschismus mitten in Wien!“ | Unzensuriert.at

WKR-Ball-Besucher: „Das war Faschismus mitten in Wien!“

5. Februar 2012 - 11:24

FeuerwerkskörperDas Verhalten der Demonstranten gegen den WKR-Ball wird von ihren politischen Verbündeten und auch von der Polizei heruntergespielt. Doch zahlreiche Augenzeugenberichte von Ballbesuchern erhärten den Verdacht, dass sich im Zufahrtsbereich zur Hofburg eine regelrechte Menschenjagd abgespielt hat. Die Zeitung der Österreichischen Landsmannschaft, Der Eckart, hat zahlreiche dieser Berichte veröffentlicht. Nicht wenige üben auch massive Kritik an der Untätigkeit der Polizei. Deren Führung nennt das Zulassen körperlicher Angriffe auf schutzlose Ballbesucher „Deeskalations-Strategie“.

Böller und Feuerwerkskörper gegen Ballbesucher

Feuerwerkskörper

Feuerwerkskörper

Feuerwerkskörper gegen Ballbesucher - und die Polizei schaut zu.

Die Medienberichte über die WKR-Ball Gegendemonstration sind unglaublich. Wie „friedlich“ die Gegner des Balles waren, haben meine Frau und ich am eigenen Leib erfahren müssen. Ich glaube nicht, dass ich ein überdurchschnittlich feiger Mensch bin. Wir Burschenschafter sind Anfeindungen dümmster Art gewohnt. Aber das, was ich bei der Anreise zum Ball gesehen habe, das war Faschismus mitten in Wien.

Wir hatten das Glück, einen mutigen Taxler zu haben, der uns nicht wie viele andere Ballgäste es erlebten, zum Aussteigen aufforderte. Trotzdem wurde meiner Frau und auch mir angst und bange. Nach etlichen Umwegen sind wir schließlich mit unserem Taxi in den Kohlmarkt eingebogen. Rund um uns Absperrungen, Polizeisirenen, immer wieder brüllende und wild gestikulierende, meist vermummte Personen, die uns wüstest beschimpften. Die von der Polizei bekannt gegebene sichere Route war gesperrt. Am Kohlmarkt spitze sich die Situation zu: Böller und Feuerwerkskörper wurden auf die Taxis und jene geworfen, die nicht mehr in Taxis saßen. Leute stürzten sich auf die Taxis und droschen mit Fäusten und Gegenständen darauf ein. Im hinteren Taxi, welches wie wir mit Schritttempo fuhr, wurde die Tür aufgerissen und Gegenstände (ich nehme an Knaller) hineingeworfen. Demonstranten irrten herum wie Jäger und bewarfen alles, was nach Ballgast aussah, mit Gegenständen. Und das Erstaunliche war, die teilweise vorhandene Polizei rührte keinen Finger! Mein Ansinnen, die Polizisten an ihre Aufgaben zu erinnern, wurde von meiner Frau unterbunden. Sie wollte nur weiter und in ein sicheres Gebäude.

Dort angekommen, hatte nahezu jeder Ballgast, mit dem wir gesprochen haben, seine Geschichte zu erzählen: Ein Bundesbruder von mir war mit seiner Frau und seinen Töchtern zu Fuß unterwegs, da sich der Taxler weigerte weiter zu fahren. Die Demonstranten sind gezielt auf die Frauen losgegangen, haben sie beschimpft, bespuckt, mit Eiern beworfen, Knaller wurden vor die Füße geworfen, gerempelt, niedergestoßen, er selber wurde geschlagen, seine Mütze gestohlen. Dutzende ähnliche Berichte mussten wir am Ball vernehmen. Dass ein Korporationshaus beinahe abgefackelt wurde, weitere Häuser beschmiert wurden, nur so nebenbei. Das war Terror gegen alle jene, die nicht auf der „richtigen“ Seite standen.

Dass davon nicht viel berichtet wird, ist traurig aber wahr.

Weitere Augenzeugenberichte

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