Malaria-Versuche: Heimkinder waren in Wien offenbar Freiwild

Kind im Spital Ein wehrloses Kind kommt ins Spital. Dort wird nicht nur versucht, seine Krankheit zu kurieren, sondern die Ärzte beschließen, das Kind als Versuchskaninchen zu verwenden. Während die „Götter in Weiß“ den kleinen Patienten gezielt mit einem Malaria-Erreger infizieren, weiß das Opfer nicht, was gerade mit ihm passiert. Das Kind bekommt in der Folge zwei Wochen lang bis zu 42 Grad Fieber und hat über Jahrzehnte Fieberschübe.

Kind im Spital

Kind im Spital

Verabscheuungswürdig: In der Wiener Universitätsklinik sollen Heimkinder
gezielt mit dem Malaria-Erreger infiziert worden sein.
Foto:.ash / flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Was würden Sie als Mutter oder Vater tun, wenn ein Arzt Ihrem Kind das antun würde? Man muss sich das mit der eigenen Betroffenheit vorstellen, um die Tragweite zu erkennen, was da in den 1960er Jahre an der Wiener Universitätsklinik für Psychiatrie passiert sein soll. Ein Betroffener berichtete in Ö1, dass er mit einem Malaria-Erreger infiziert wurde. Er habe damals zwei Wochen lang bis zu 42 Grad Fieber und dann noch über Jahrzehnte Fieberschübe gehabt. Wilhelm J., der nachweislich einen Monat lang an der Klinik Hoff an der Wiener Universitätsklinik war, erzählte im Radio, dass von jemand anderem Blut abgenommen und ihm in den Muskel gespritzt worden sei. Er habe sich nicht gewehrt, da man ihm damals auch gedroht habe, er würde sonst auf die geschlossene Abteilung ins Gitterbett kommen, so der heute 63-Jährige, dessen Geschichte bekannt wurde, weil er als missbrauchtes Heimkind bei der Stadt Wien ein Ansuchen auf Entschädigung stellte.

Die Schilderungen von Wilhelm J. hält der Kinderpsychiater Ernst Berger laut ORF.at für plausibel und glaubwürdig. Der aktuelle Unipsychiatrie-Chef Johannes Wancata meint, er könne sich die Vorgangsweise seiner Vorgänger nicht erklären und bedaure und verurteile sie, wenn es nur um die Erhaltung des Malaria-Erregerstammes gegangen sein sollte.

Nach den vielen Kindesmissbrauchsfällen in den Heimen der Stadt Wien kommt nun diese  unglaubliche Geschichte ans Licht. Und man fragt sich, was diesen armen Heimkindern, die zu dieser Zeit offenbar als Freiwild galten, noch alles angetan wurde, das bis heute von der rot-grünen Stadtregierung anscheinend lieber vertuscht als transparent gemacht wird.


Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Copy link