So lügt das DÖW: Unwahrer Bericht über Unzensuriert-Artikel

BildDas Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW), das per Gerichtsurteil als „kommunistische Tarnorganisation“ und „eine Art Privat-Stasi“ bezeichnet werden darf, wird seiner politischen Schlagseite einmal mehr gerecht. In der Rubrik „Neues von ganz Rechts“ stellt das DÖW aktuell einen Artikel von Unzensuriert.at an den Pranger und macht dabei um die Wahrheit einen großen Bogen. Das DÖW schreibt.

Neonazis als Kronzeugen

Auf der von Mitarbeitern des 3. Nationalratspräsidenten Dr. Martin Graf (FPÖ) verantworteten Homepage unzensuriert.at wurde am 6. Jänner ein Text unter dem Titel "Böhmische Stadt Rothau hat mit Zigeunerzuzug zu kämpfen" veröffentlicht. Darin werden der "massive Zuzug" von "Zigeunern" in die tschechische Kleinstadt und die "sozialen Spannungen", die damit verbunden seien, beklagt. Bezeichnend ist, auf wen sich die Graf-Mitarbeiter beziehen: Bei der angegebenen Quelle handelt es sich um die tschechische Neonazigruppe Arbeiterpartei der sozialen Gerechtigkeit (DSSS), die als Kronzeuge gegen die Roma präsentiert und zustimmend zitiert wird.

Bei der DSSS handelt es sich um die 2010 als Nachfolgeorganisation der vom obersten tschechischen Verwaltungsgericht verbotenen Neonazi-Partei Dlnická Strana (DS, Arbeiterpartei). Das Gericht hatte das Verbot seinerzeit auch damit begründet, dass die DS Kundgebungen organisierte, die zu pogromähnlichen Ausschreitungen gegen Roma führten.

DÖW-Screen

DÖW-Screen

Unwahrer Bericht des DÖW über einen Unzensuriert-Artikel.
Bild: Screenshot www.doew.at

Zu Beginn des zweiten Absatzes tut sich das DÖW so schwer zu verschleiern, dass die DSSS keine verbotene Organisation ist, dass es aus dem kunstvoll begonnenen Satz nicht mehr herausfindet. Weiters lernen wir, dass Pogromvergleiche durchaus angestellt werden dürfen, wenn man auf der „richtigen“ Seite des politischen Spektrums angesiedelt ist. Nun aber zum Kern der Vorwürfe:

Der DÖW-Artikel vermittelt den Eindruck, wir hätten einzig und allein die Sichtweise der DSSS wiedergegeben und auch noch „zustimmend zitiert“. In Wahrheit beruft sich unser Artikel auf insgesamt vier Quellen: auf den Standard, die tschechische Nachrichtenagentur, die DSSS und auf ein tschechisches Zigeuner-Portal namens Romea.cz. Verlinkt werden davon der Standard und zweimal Romea.cz. Keine einzige Quelle wird „zustimmend zitiert“, auf alle wird neutral hingewiesen. Lediglich beim Standard merken wir an, dass der Umstand, dass „Herumlungern“ in Rothau nun unter Strafe gestellt werden soll, dort „einen kleinen Skandal“ ausgelöst hat. Hier gibt’s den Artikel zum Nachlesen. Der Absatz, in dem der Konflikt zwischen DSSS und Zigeuner-Organisationen dargestellt wird, lautet so:

Indessen kommt es zu Spannungen zwischen der "Arbeiterpartei der sozialen Gerechtigkeit" (DSSS), die sich offen gegen den Zuzug von Zigeunern stellt, und Zigeunergruppen: "Es gibt ständig Störungen der Nachtruhe, Drogenmissbrauch, Diebstahl, Bedrohungen, Vandalismus und vor allem physische Angriffe auf unsere Bürger", klagt die DSSS. Auf einer Kundgebung der Partei wurden 300 Sympathisanten von rund 150 gegendemonstrierenden Zigeunern empfangen. Einige Wochen später wurde angesichts der angespannten Situaton eine Versammlung von rund 500 Roma in Rothau angekündigt. Die ansässigen Zigeuner sprachen sich jedoch dagegen aus, wollen die Kundgebung sogar gerichtlich verbieten lassen. Sie befürchten, eine solche Veranstaltung würde die ohnehin schon gereizte Lage nur noch verschlimmern und Unruhen auslösen. Der Veranstalter der Versammlung, Vojtech Pompa, behauptet jedoch, eine Autorität in der Roma-Gesellschaft zu sein und sagt, die anreisenden Zigeuner würden ihm gehorchen.

In der Desinformation des DÖW fehlt ein Link zu unserem Artikel wohl mit gutem Grund, käme doch jeder Leser zu einer ähnlichen Bewertung der Seriosität dieser „wissenschaftlichen“ Einrichtung. Das DÖW agiert hier – jede andere Interpretation würde den Verantwortlichen die Fähigkeit des sinnerfassenden Lesens absprechern – mit einer glatten und bewusst eingesetzten Lüge, die offensichtlich zwei Zwecke verfolgt: Erstens muss das Rechtsextremismus-Gespenst lebendig erhalten werden, damit weiterhin öffentliche Subventionen in den Privat-Verein fließen. Notfalls muss man es also selbst erschaffen. Zweitens wird durch den zweimaligen Hinweis auf „Mitarbeiter des 3. Nationalratspräsidenten Dr. Martin Graf (FPÖ)“ bzw. „Graf-Mitarbeiter“ der kaum verdeckte Vereinszweck einer Schädigung des freiheitlichen Lagers erfüllt.

 

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