Häupls „grosso modo“ und die Stadthallen-Verluste

Michael Häupl Die roten Bonzen in Wien leben weiter in Saus und Braus, während die Bevölkerung durch das nun von der großen Koalition geschnürte Sparpaket zur Kasse gebeten wird. Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) war sich nicht zu schade, im Radio folgendes zu verlautbaren: „Die Wiener Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wird das Sparkpaket grosso modo nicht betreffen.“ Das könne er garantieren. Politologe Thomas Hofer widersprach, ebenfalls im Radio, prompt: „Klar, dass die Masse betroffen ist. Sonst würde es ja nichts bringen.“

Michael Häupl

Michael Häupl

Michael Häupls "grosso modo" lässt tief blicken:
Der SPÖ-Mann will die Bürger "über den Daumen gepeilt" schröpfen.
Foto: Werner Faymann/Flickr/ (CC BY-ND 2.0)

Es ist nicht das erste Mal, dass Bürgermeister Michael Häupl seinen Wienern ein X für ein U vormachen möchte. Zu seinem Stil passt es, dass er gerne auf Fremdwörter zugreift, um besonders intellektuell zu wirken.  Diesmal bediente er sich der lateinischen Sprache. „Grosso modo“ heißt so viel wie „ungefähr“, „im Großen und Ganzen“oder „über den Daumen gepeilt“. Was wollte Häupl seinen Bürgern also sagen? Etwa, dass Die Bürger über den Daumen gepeilt nicht zur Kasse gebeten werden. Mit „grosso modo“ ließ sich der Bürgermeister ein Hintertürchen offen, denn „über den Daumen gepeilt“ kann viel bedeuten, auch, dass die Menschen in Wien weiterhin geschröpft werden.

Schon klar, dass Michael Häupl die rot-schwarze Belastungswelle peinlich ist und dass er dieses Sparkpaket nach seinen vielen Gebührenerhöhungen in Wien (Wasser, Strom, Müllabfuhr, Parkscheine etc.) selbst seinen SPÖ-Wählern nicht mehr verkaufen kann. Außerdem sind die Bürger empört, weil in Wien fast täglich ein neuer Skandal öffentlich wird. Immer geht es um Millionenverluste und um die Unfähigkeit von Managern, die offenbar den Bezug zur Realität verloren haben.

Jubelbroschüre nach Millionenverlust in der Stadthalle

So wurde jetzt bekannt, dass der in den Ruhestand getretene Geschäftsführer der Wiener Stadthalle, Peter Gruber, sich zum Abgang mit einer Hochglanzbroschüre feiern ließ. In der Presse behauptet Gruber zwar, dass er dieses Jubelheft selbst bezahlt habe, doch sorgt die Broschüre bei der politischen Opposition trotzdem für Schmunzeln. Denn das Unternehmen Stadthalle machte unter der Führung Grubers seit 2005 einen Verlust von 70 Millionen Euro.

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